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Freitag, 4. Mai 2018

Rhabapfel Quarkkuchen




Inzwischen ist er so richtig angekommen, der Frühling. Und mit ihm natürlich auch alle kulinarischen Frühlingsboten. So gehört der Rhabarber unbedingt in die saisonale Backstube, aber anstelle ihn wie so oft mit Erdbeeren zu kombinieren, welche in der Schweiz noch nicht erntebereit sind, habe ich ihn für einmal mit Äpfeln zusammengebracht. Und mhm, das passt wirklich wunderbar! Deshalb habe ich diesen Quarkkuchen spontan RHABAPFEL getauft, und klammheimlich wurde daraus nicht nur ein saftiger Quark-, sondern auch ein knuspriger Streuselkuchen.

Ich mag so herrlich saftige Kuchenstücke sehr, und zudem kannst du dieses Rezept einmal mehr im Voraus zubereiten. Er bleibt nämlich auch am zweiten und dritten Tag superlecker. Aufbewahren solltest du ihn in diesem Fall zugedeckt im Kühlschrank, aber denke daran ihn etwa 30 Minuten vor dem Servieren bei Zimmertemperatur stehen zu lassen. So schmeckt er immer noch erfrischend, aber bedeutend aromatischer als direkt aus dem Kühlschrank. Und wenn du andere Früchte als Einlage probieren möchtest - go for it! Ich könnte mir dieses Rezept sowohl mit Beeren als auch mit Steinobst sehr gut vorstellen.


Zutaten für eine Springform von 18-20cm Durchmesser
Für eine Springform von 24-26cm Durchmesser Zutaten verdoppeln - die Backzeit verlängert sich um etwa 15-20 Minuten.
  • Teig für Boden, Rand und Streusel
    - 125g weiche Butter
    - 50g Zucker
    - 1/2 Beutelchen Vanillezucker
    - 2 Prisen Salz
    - 1 Eigelb
    - 190g Mehl
    - 1 TL Backpulver
  • Quarkmasse
    - 300g Rahmquark
    - 200g Magerquark
    - 100g Zucker
    - 1 Ei
    - 1 Eiweiss
    - 1/2 Bio-Zitrone, nur abgeriebene Schale
    - 2 gestrichene EL Maisstärke (z. B. Maizena)
    - 1/2 Beutelchen Vanillezucker
    - 1 Prise Salz
  • Ausserdem
    - 1 Apfel (gerüstet und geschnitten ca. 80g)
    - 1 Stange Rhabarber (gerüstet und geschnitten ca. 80g)
  • Foto-Finish
    - wenig Puderzucker


Zubereiten und Backen
  1. Zuerst den Teig für Boden, Rand und Streusel zubereiten: weiche Butter in einer Schüssel mit Zucker, Vanillezucker und Salz cremig verrühren. Dann das Eigelb dazugeben und weiterrühren, bis die Masse heller ist. Mehl und Backpulver mischen, dazugeben und alles zu einem Teig zusammenfügen. In Frischhaltefolie wickeln und mind. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Währenddessen die Springform einfetten und bemehlen, oder Backpapier in passender Grösse zurecht legen (Form noch nicht schliessen!). Zudem Apfel und Rhabarber waschen, rüsten und schälen. Den Apfel achteln und dann in Scheibchen schneiden, den Rhabarber der Länge nach halbieren und anschliessend ebenfalls in Scheibchen schneiden.
  3. Für die Quarkmasse alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Schwingbesen gründlich zu einer flüssigen Masse verrühren.
  4. Kuchen zubereiten: Teig aus dem Kühlschrank nehmen, ungefähr einen Drittel des Teigs ca. 1-2mm dünn ausrollen - am besten zwischen einem aufgeschnittenen Frischhaltebeutel oder zwischen Backpapier - und den Boden der Springform damit auslegen. Teig passend rund abschneiden und den Abschnitt zum übrigen Teig zur Seite legen. Springform schliessen. Dann den restlichen Teig halbieren und aus der einen Hälfte eine ca. 55cm lange Rolle formen, innwändig an den Rand der Springform legen und mit den Fingern zu einem Kuchenrand andrücken und hochziehen - ca. 4-5cm hoch. Tipp: das muss von innen nicht besonders schön aussehen, die Fingerrillen dürfen absolut noch zu sehen sein. Achte darauf, dass der Rand rundherum ungefähr gleich hoch wird. Tipp: natürlich könntest du den Rand auch ausrollen und einlegen, aber der Teig ist etwas brüchig. Daher mein Rat mit der Rolle, den du dann mit den Fingern viel besser formen kannst. Dann erst die Apfel- und Rhabarberscheibchen auf den Kuchenboden geben, dann die Quarkmasse darübergiessen. Tipp: fülle die Quarkmasse bis ca. 1-2mm unter den Teigrand, also ziemlich weit rauf. Die Quarkmasse geht beim Backen nicht auf. Anschliessend nimmst du den noch übrigen Kuchenteig und krümelst ihn grob über die Quarkmasse. Achte darauf, dass die Streusel bis zum Rand gehen und nicht nur in der Mitte liegen.
  5. Backen: ca. 65 Minuten bei 180°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte, bis die Streusel schön goldbraun sind. Die Quarkmasse darf ruhig etwas dunkler werden, wie du auf dem Foto siehst. Aber natürlich nicht schwarz 😁 !
  6. Kuchen herausnehmen, ca. 15 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann die Springform lösen, den Kuchen vorsichtig auf ein Kuchengitter ziehen und vollständig auskühlen lassen. Es ist übrigens ganz normal, dass der Kuchen in der Mitte leicht einsinkt - das kommt von der Quarkmasse. 
  7. Vor dem Servieren mit wenig Puderzucker bestreuen.



 

Mittwoch, 21. März 2018

Kartoffel Quark Wähe von "Stadt Land Gnuss"


© www.stadt-land-gnuss.ch

Heute begrüsse ich Michèle und Ilona von "Stadt Land Gnuss" in meiner Backstube. Sie unterhalten einen Blog, der weit mehr zu entdecken gibt als nur feine Rezepte. Bei ihnen erfahrt ihr auch so einiges über den Anbau von Lebensmitteln, Hintergründe zur Tierhaltung und vieles weiteres, das rund ums Essen interessiert. Ihre Essphilosophie lautet denn auch "Gut, gesund und gern" - also respektvoll und selbst zubereitetes Essen, das abwechlungs- und vitalstoffreich ist und schmeckt. Damit kann ich mich absolut identifizieren, und deshalb freue ich mich sehr über das folgende herzhafte Rezept, das die beiden mitgebracht haben. Vielen herzlichen Dank liebe Ilona und liebe Michèle, und euch allen besten Appetit!

"Wir freuen uns sehr, dass wir heute ein Rezept für Barbara's Backstube beisteuern dürfen.

In der riesigen Rezeptsammlung von Barbara ist uns aufgefallen, dass es nicht so viele Rezepte für salzige Wähen gibt. Wähen sind bei uns aber regelmässig auf dem Menuplan zu finden. Die Zubereitung ist einfach, man kann sie gut vorbereiten und sie sind auch ideal um Reste zu verwerten. Denn mit einem feinen Guss kann man viele Gemüsereste aufpeppen. Auch die meisten Kinder mögen Wähen gerne - ein Pluspunkt für alle, die auch kleine Münder stopfen müssen. Unser heutiges Rezept ist eine Wähe mit Kartoffeln und Quark, mit der man ganz einfach Gschwellti aufbrauchen kann. Man könnte aber natürlich auch noch etwas Gemüse reinschmuggeln.

En Guete wünschen Michèle und Ilona."


Zutaten für ein Kuchenblech von ca. 28-30cm Durchmesser
© www.stadt-land-gnuss.ch
  • für den Wähenteig:
    - 200g Mehl
    - 1.5 TL Salz
    - 100g kalte Butter
    - 80g Quark Nature
    - 1 Ei
  • für den Belag:
    - 4-5 Gschwellti / Pellkartoffeln (ca. 400g), geschält, klein gewürfelt
    - 75g entsteinte grüne Oliven, in Ringe geschnitten
    - 2 EL fein gehackte Petersilie
    - 1 EL Thymianblättchen
    - eine halbe Zwiebel, fein gehackt
  • für den Guss:
    - 250g Quark Nature
    - 3 Eier
    - 1dl Milch
    - 100g Gruyère, gerieben
    - 0.5 TL Salz und Pfeffer aus der Mühle
    - etwas Muskatnuss


Zubereiten und Backen
© www.stadt-land-gnuss.ch
  1. Erst den Wähenteig zubereiten: Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. Butter in Stücke schneiden und mit dem Mehl zwischen den Händen krümelig verreiben. Quark und verklopftes Ei dazugeben, alles kurz zu einem geschmeidigen Teig kneten. Teig zu einer Kugel formen und in Klarsichtfolie verpackt mind. 30 Minuten kühl stellen.
  2. Kuchenblech mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben oder mit Backpapier auslegen. Teig ausrollen, das Kuchenblech damit auslegen und den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen.
  3. Alle Zutaten für den Belag mischen und auf den Teigboden verteilen.
  4. Dann alle Zutaten für den Guss verrühren und über den Belag giessen.
  5. Backen: ca. 30-40 Minuten bei 200°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte. Tipp: am Ende der Backzeit 5 Minuten nur bei Unterhitze weiterbacken, damit der Teigboden schön knusprig wird.

Tipps zum Rezept
Zur feinen Kartoffel Quark Wähe passt Salat als Beilage wunderbar. Reste kann man im Backofen nochmals kurz aufwärmen oder auch kalt essen. Variante mit Fleisch: anstelle der Oliven gibst du einfach ca. 100g Schinken-, Speck- oder Wurstwürfelchen dazu.



© www.stadt-land-gnuss.ch

Montag, 4. Dezember 2017

Advents Cake mit Datteln




Advent, Advent, ein Lichtlein brennt - und dazu geniessen wir eine feine Tasse Weihnachtstee und - natürlich - ein gutes Stück Kuchen. Auch während der Vorweihnachtszeit macht der klassische Kastenkuchen eine gute Figur, z. B. wenn er mit aromatischen Datteln und feinen Gewürzen daher kommt. Auch Orangen passen wunderbar zu den saftigen Trockenfrüchten, deshalb habe ich die beiden für dieses Rezept gleich kombiniert. Dank etwas Magerquark im Teig bleibt der Kuchen herrlich saftig, auch am zweiten Tag. Viel länger würde ich den Cake aber nicht aufbewahren, ausser du frierst ihn (frisch gebacken und ausgekühlt) stückweise ein. Das habe auch ich mal wieder gemacht, deshalb siehst du auf den Bildern keine Puderzuckerglasur, sondern nur etwas "süssen Staub" auf dem Kuchen. Eigentlich würde ich ersteres aber bevorzugen, gerade zu diesem Cake, weshalb ich dir im Rezept die Glasur aufgeführt habe.

Auch dieses Rezept lässt sich wieder ganz einfach abwandeln, dazu findest du ganz am Ende ein paar Ideen und Tipps. Von Herzen wünsche ich dir einen guten und lichterfüllten Wochenstart 💫 !


Zutaten für eine kleine Kastenform von 20cm Länge
Für eine Kastenform von 30cm Länge die Zutaten erst :2, dann x3 rechnen (das ergibt dann z. B. 3 Eier), die Backzeit kann sich um ein paar Minuten verlängern.
  • 120g entsteinte getrocknete Datteln
  • 1 Bio-Orange: 3 EL Saft und 1/3 abgeriebene Schale
  • 100g weiche Butter
  • 140g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 160g Magerquark
  • 1 Vanilleschote, nur ausgekratztes Mark (oder 0.5 TL Vanillepulver)
  • 1/2 TL Zimtpulver
  • 2 EL Milch
  • 200g Mehl
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • für die Glasur:
    - 100g Puderzucker
    - 2-3 EL Orangensaft


Zubereiten und Backen
  1. Kastenform mit Butter ausreiben und mit Mehl bestäuben, oder vollständig mit Backpapier auskleiden.
  2. Datteln hacken und mit 3 EL Orangensaft und Orangenschale vermischen. Mischung 15 Minuten ziehen lassen, währenddessen 1-2x umrühren, damit die Flüssigkeit vollständig aufgesaugt wird. Tipp: Trockenfrüchte zu hacken kann eine recht klebrige Angelegenheit sein. Wenn du ein glattes Messer wählst und es mit etwas Sonnenblumenöl einreibst, gelingt das Hacken aber ganz leicht.
  3. Weiche Butter, Zucker und Salz in einer Schüssel cremig rühren.
  4. Eier dazugeben und weiterrühren, bis die Masse heller ist.
  5. Magerquark, Vanillemark oder -pulver, Zimtpulver und Milch dazugeben und kurz unterrühren.
  6. Mehl und Backpulver mischen, dann zusammen mit der Dattel-Mischung zum Teig geben und alles gründlich verrühren.
  7. Teig in die vorbereitete Kastenform füllen, etwas glatt streichen und backen.
  8. Backen: ca. 50-55 Minuten bei 180°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte. Stäbchenprobe!
  9. Kuchen herausnehmen und in der Form ca. 15 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
  10. Für die Glasur Puderzucker und Orangensaft mit einem Schneebesen vermischen und den ganzen Kuchen damit einstreichen. Alternativ kannst du den Kuchen auch nur mit Puderzucker bestäuben.


Variieren bis zu deinem ganz persönlichen Lieblingsrezept!
Du magst es mit Schuss und es sitzen weder Kinder noch Schwangere am Tisch? Dann ersetze den Orangensaft sowohl bei den Datteln wie auch in der Glasur entweder durch süssen Orangenlikör (Orangecello), Grand Marnier oder Cointreau, je nach dem was du am liebsten magst. Anstelle der Datteln kannst du auch Orangeat, getrocknete Cranberries oder andere zum Advent passende Trockenfrüchte wählen. Zum Advent passt ausserdem auch Lebkuchengewürz - wähle diese Gewürzmischung anstelle des Zimtpulvers und dein Cake schmeckt gleich etwas anders. Da es sich hier um einen Rührkuchen handelt, kannst du auch Muffins daraus backen. Die Menge mit 2 Eiern sollte etwa für 10-12 Muffins reichen, die Backzeit schätze ich mit ca. 25 Minuten ein. Auch hier gilt natürlich: Stäbchenprobe!



 

Montag, 11. September 2017

Kürbis Wähe




Nach jedem schönen Sommer kommt der Moment, an dem ich mich nach Herbst sehne. Nach kühleren Temperaturen, nach Wind- und Hudelwetter, nach farbigen Wäldern, goldenem Sonnenlicht und allen kulinarischen Verführungen, die der Herbst ins Angebot bringt. So sind Knöpfli und Spätzli wieder im Trend, es gibt endlich (!!) wieder Vermicelles und heisse Marroni, und auch das Obst- und Gemüsesortiment wartet mit frischem Zuwachs auf, so etwa mit erntefrischen Äpfeln, Quitten, Rosenkohl und - Trommelwirbel - Kürbis!

Ja, meine Kürbisliebe ist längst kein Geheimnis mehr, und dass sich daraus allerlei Feines, süss und herzhaft, zaubern lässt, ist bekannt. Kaum habe ich die ersten leuchtenden Panzerbeeren in den Regalen entdeckt lagen auch schon drei verschiedene in unserer Küche. Und nachdem ich den ersten halben Butternut-Kürbis in Spalten im Ofen gebacken habe - die liebt auch mein Mann heiss und innig - habe ich den Rest in eine Wähe zum Abendessen verwandelt. Die Wähe ist total unkompliziert, und wenn du dazu einen feinen herbstlichen Salat geniesst, z. B. mit Nüssli- rsp. Feldsalat mit Karotten, Randen (auch rote Beete genannt) und gehackten Walnüssen, so ist das Menü komplett und sooo lecker.

Wenn's mal ganz schnell gehen muss, kannst du natürlich auch einen fixfertigen Kuchenteig aus dem Kühlregal verwenden. Und wenn du die Wähe noch etwas aufpeppen magst, dann schwitze doch eine halbe und klein geschnittene Zwiebel kurz an und mische sie unter die Füllung. Und wenn du statt Magerquark Halbfettquark zu Hause hast, geht auch das wunderbar und die Füllung wird noch ein kleines bisschen sämiger.


Zutaten für ein rundes Wähenblech von 18cm Durchmessern
Für ein Blech von 24-25cm Durchmesser Zutaten verdoppeln, Backzeit könnte sich um ca. 5 Minuten verlängern.
  • für den Wähenteig
    - 125g Mehl
    - 0.5 TL Salz
    - 50g kalte Butter
    - 0.5dl Wasser
    - 1 TL Weissweinessig (Salatessig)
  • für die Füllung
    - 80g Magerquark
    - 2 EL Milch
    - 1 Ei
    - 1 EL Zitronensaft
    - 0.5 TL Salz
    - Pfeffer, Paprika und Ingwerpulver nach eigenem Gusto
    - 30g Reibkäse nach Wunsch (mild oder rezent, ganz wie du es magst)
    - 2 EL Kürbiskerne, grob zerstossen oder gehackt (können auch
      weggelassen werden)
    - 220 - 250g Kürbis (z. B. Butternut), an der Röstiraffel gerieben


Zubereiten und Backen 
  1. Erst den Wähenteig zubereiten: Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, kalte Butter in Stücken beigeben und mit den Händen zu einer krümeligen Masse verreiben. Das Wasser und den Essig dazugeben und alles ganz kurz mit einer Gabel vermischen und dann zu einem Teig zusammenfügen. In Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Tipp: der Teig soll nicht lange geknetet werden, damit er schön knusprig wird beim Backen. Bearbeitest du ihn zu lange, wird der Wähenteig zäh und kompakt.
  2. Für die Füllung alle Zutaten ausser Kürbisfleisch gut mit dem Schwingbesen verrühren, dann den geriebenen Kürbis dazugeben und alles gut vermengen.
  3. Wähenblech wenn nötig einfetten und mit Mehl bestäuben oder mit Backpapier auslegen.
  4. Wähenteig aus dem Kühlschrank nehmen und in Grösse des Wähenblechs (inkl. Randhöhe) auf etwas Mehl ausrollen, dann den Teig vorsichtig ins Blech transportieren und sowohl den Boden wie auch den Rand vollständig auskleiden. Wenn du kein gelochtes Wähenblech hast (ich habe dieses hier), dann stichst du jetzt mit einer Gabel den Boden einige Male ein.
  5. Füllung auf den Wähenboden geben und gleichmässig verteilen.
  6. Backen: 35-40 Minuten bei 190°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte. Tipp: du erkennst, dass die Füllung vollständig gestockt ist, wenn du ein spitzes Messer in die Füllung steckst und es sauber wieder rausziehen kannst.
  7. Wähe aus dem Ofen holen und noch heiss oder warm geniessen.




Donnerstag, 22. Juni 2017

luftige Apéro Bällchen




Wenn sich mal wieder liebe Gäste angemeldet haben und du nach neuen Fingerfood-Ideen suchst, dann habe ich heute etwas ganz Spannendes für dich. Diese Apéro Bällchen sind einem spontanen Backversuch entsprungen, und ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich so begeistert sein werde. Aber tatsächlich sind diese kleinen Dinger so luftig und fein, dass ich gleich eine zweite Portion gebacken und eingefroren habe. Man weiss ja nie, wenn kurzfristig Besuch vor der Türe steht.

Das Rezept eignet sich aber auch frisch zubereitet total als Last-Minute-Idee. Denn die Bällchen sind superschnell gemacht, und irgendwelche geeigneten Zutaten hat man in der Regel immer zu Hause. Geriebener Käse zum Beispiel liegt bei uns immer im Tiefkühler - frisch haben wir in unserem 2-Personen-Haushalt einfach einen zu geringen Gebrauch, zumal wir keine grossen Käse-Tiger sind. Man muss den geriebenen Käse nicht mal auftauen lassen: einfach direkt gefroren ins Rezept kneten. Den Anteil Trutenbrust-Aufschnitt kannst du nach Bedarf auch durch andere Zutaten austauschen. So geht z. B. auch fein gehackter Hinter-, Vorder- oder Rohschinken, Lyoner oder Speck, oder - wenn's vegetarisch sein soll - eignen sich fein gehackte getrocknete Tomaten und/oder Oliven usw. Im Grunde sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt: probiere das Rezept mit verschiedenen Käsesorten aus, füge feine Kräuter hinzu, knete geröstete Zwiebeln in die Teigmasse... egal ob zum Abendessen drinnen oder zum Grillfest unter freien Himmel, hier greift bestimmt jeder gerne zu!

Für die nächsten drei Wochen verabschiede ich mich in eine kurze Sommerpause. Wir lesen uns ab Mitte Juli wieder, und bis dahin hoffe ich, dass du in meinen über 200 abgespeicherten Rezepten fündig wirst wenn du nach einer feinen Backidee suchst. Ich wünsche dir von Herzen wunderschöne Sommerwochen 💗 !


Zutaten für ca. 20 Stück
  • 200g Mehl
  • 0.5 TL Backpulver
  • 0.5 TL Salz
  • 160g Magerquark
  • 2 EL Milch
  • 1 EL Olivenöl
  • 100g geriebener Käse (z. B. Pizza-Mix von Coop, sehr mildes Aroma 😊)
  • 80g Trutenbrust-Aufschnitt, fein gehackt


Zubereiten und Backen
  1. In einer Schüssel Mehl, Backpulver und Salz mischen.
  2. Magerquark, Milch und Olivenöl dazugeben und gut miteinander verkneten.
  3. Geriebenen Käse und fein gehackte Trutenbrust dazugeben ebenfalls darunterkneten und salopp zu einem glatten Teig zusammenfügen.
  4. Aus dem Teig 20 Bällchen formen und mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Anhaltspunkt zur Grösse: meine Bällchen waren je ca. 28-30g schwer.
  5. Backen: ca. 20 Minuten bei 180°C (Ober- und Unterhitze), Ofenmitte, bis die Bällchen goldbraun sind.
  6. Bällchen herausnehmen und noch heiss/warm servieren und geniessen.

Tipps zum Einfrieren und Servieren
Wie du oben vielleicht gelesen hast, habe ich nach dem ersten Blech mit 20 Apéro Bällchen gleich noch eine zweite Ladung auf Vorrat fabriziert. Die Bällchen habe ich fixfertig gebacken, sie vollständig auskühlen lassen und dann in einen Gefrierbeutel gesteckt und eingefroren. Aufbacken geht dann folgendermassen: gewünschte Anzahl Bällchen herausnehmen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und 10 Minuten antauen lassen. Dann in den auf 180°C vorgeheizten Ofen schieben und 8-10 Minuten aufbacken - fertig. Frisch waren sie vielleicht EIN BISSCHEN luftiger, aber auch aufgebacken haben sie mich völlig überzeugt. Ungebacken habe ich sie bisher noch nie eingefroren. Grundsätzlich geht das bei Apéro Gebäck ja sehr gut, aber da hier ein relativ grosser Anteil Magerquark drinsteckt, habe ich mich für das nachträgliche Einfrieren entschieden. Wenn du jedoch das Experiment wagen möchtest: go for it (und gib' mir gerne Bescheid wenn du magst).

Die Apéro Bällchen schmecken uns pur am besten, mein Mann (vor allem) und ich (tendenziell auch) sind keine grossen Saucen- und Dipp-Fans. Wenn das bei dir genau andersherum ist, dann könntest du auch etwas zum "Tünklen" dazu servieren. Je nach Zutaten vielleicht einen Crème Fraîche-Dipp, eine feine Tomatensalsa, oder eine Sweet & Sour Sauce? Dein Geschmack entscheidet. Und übrigens: superlecker sind die ofenheissen oder -warmen Bällchen auch zum Salatteller. Ach ja, und damit es beim Apéro Gebäck bleibt und dein Hauptgang nicht wegen schon zu vollem Magen verschmäht wird: pro Gast reichen meines Erachtens maximal 3-4 Stück. Dies ist allerdings nur ein Anhaltspunkt und abhängig vom Hunger und Appetit deiner Gäste 😄.




Montag, 12. Juni 2017

Mango Mandelwähe mit Streuseln




Seit ich meine neue Crusty Quiche Backform habe, bin ich regelrecht im Wähenfieber. Ich bin total begeistert vom knusprigen und hübsch gewellten Rand, der mit dieser Form ohne Probleme möglich wird, und weil der Boden herausnehmbar ist, rutscht auch wirklich jede Wähe unbeschadet auf die Tortenplatte. Für mein heutiges Rezept habe ich eine Frucht gewählt, die ich noch nie in einer Wähe verwendet habe. Und ehrlicherweise habe ich dafür nicht mal eine frische Mango genommen, sondern gefrorene Mangowürfel aus dem Tiefkühlregal verarbeitet, die ich aus der Winterzeit noch vorrätig hatte. Wenn du ebenfalls fixfertige und tiefgekühlte Würfel verwendest, dann lasse die Stücke unbedingt auftauen bevor du sie weiterverarbeitest. Sonst gerät zu viel Extra-Feuchtigkeit auf den Wähenboden, was dann trotz Crusty Backform zu einem labberigen Teig führen würde. Nimmst du eine frische Mango, dann achte darauf dass sie schön reif ist, sonst bleibt das Aroma auf der Strecke 😉.

Die Mandeln im Teig, auf dem Boden und in den Streuseln sorgen für die perfekte Bühne für die exotische Mango, und diese Wähe ist wirklich ein höchst sommerlicher Genuss. Erfrischend, fruchtig und überhaupt nicht schwer. Vielleicht passt sie zu deiner nächsten Grillparty, oder zum Sonntagskaffee auf der Terasse? Auf jeden Fall wirst du sicher einige Ah's und Oh's einheimsen, und wenn doch noch ein Stück übrig bleiben sollte, bleibt die Wähe problemlos 1-2 weitere Tage frisch. Zum Aufbewahren deckst du sie dann einfach ab und stellst sie in den Kühlschrank (20-30 Minuten vor dem Geniessen wieder rausnehmen).


Zutaten für ein rundes Backblech von 18cm Durchmesser
Alle Zutaten für ein rundes Backblech von 24cm Durchmesser verdoppeln, für 30cm Durchmesser verdreifachen. Backzeit verlängert sich.
  • für den Teig
    - 60g Mehl
    - 20g gemahlene Mandeln
    - 1 Prise Salz
    - 1 EL Zucker
    - 25g kalte Butter, in Stücken
    - 60g Halbfettquark
  •  für die Streusel
    - 30g gemahlene Mandeln
    - 30g Zucker
    - 30g kalte Butter
    - 2 leicht gehäufte EL Mehl
    - 1 Prise Salz
  • für die Füllung
    - 3 EL gemahlene Mandeln
    - 170g Mango, in kleine Würfel geschnitten
    - 120g Rahmquark
    - 40g Zucker
    - 1/3 Vanilleschote, nur ausgekratztes Mark
    - 1 Bio-Zitrone, 1/4 abgeriebene Schale und 1 EL Saft
    - 1 TL Maisstärke (z. B. Maizena)
    - 1 Ei
  • für das FotoFinish 😊
    - wenig Puderzucker



Zubereiten und Backen
  1. Als erstes Teig zubereiten: Mehl, Mandeln, Salz und Zucker in einer Schüssel verrühren. Kalte Butter dazugeben und alles zu einer krümeligen Masse verreiben. Dann den Quark dazugeben, rasch zu einem leicht feuchten Teig vermischen ohne ausgiebig zu kneten und dann den Teig in Frischhaltefolie eingepackt für mind. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Dann die Streuselmasse vorbereiten: alle Zutaten in eine Schüssel geben, mit den Händen zu einer krümeligen Masse verkneten, leicht zusammenfügen und zugedeckt (oder ebenfalls in Frischhaltefolie gewickelt) in den Kühlschrank stellen.
  3. Backblech mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben oder mit Backpapier auslegen wenn nötig. Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auf wenig Mehl in passender Grösse für das Backblech rund ausrollen und die Form damit auskleiden, inkl. Rand. Boden mit einer Gabel einige Male einstechen.
  4. Jetzt kommt die Füllung: erst die 3 EL gemahlene Mandeln auf den Wähenboden streuen, dann die Mangostücke darauf verteilen. Für den Guss Rahmquark, Zucker, Vanillemark, Zitronensaft und -schale, Maisstärke und Ei mit einem Schwingbesen gründlich verrühren und über die Füllung giessen.
  5. Streuselmasse aus dem Kühlschrank nehmen und über die ganze Wähe krümeln.
  6. Backen: 35-40 Minuten bei 200°C (Ober- und Unterhitze), Ofenmitte, bis die Wähe goldbraun ist.
  7. Wähe herausnehmen und auskühlen lassen, vor dem Servieren mit etwas Puderzucker bestäuben.




Sonntag, 28. Mai 2017

Mango Mix Glace




Mit diesem feinen und hübschen Glace schliesse ich die Eiszeit in meiner Backstube fürs erste ab. Ich hoffe, du hast einiges an neuer Inspiration dazugewonnen und füllst eifrig deine Eis-am-Stiel-Formen mit gesunder, feiner Glace, ganz ohne Klimbim und übermässig Zucker. Das Mango Mix Glace gehört zu meinen persönlichen Favoriten - für eine einzige Sorte könnte ich mich gerade nicht entscheiden - und auch hier kannst du wieder fein variieren. Anstelle der Mango eignen sich Beeren und auch Aprikosen oder Pfirsiche und Nektarinen, nur auf enzymhaltiges wie Ananas, Kiwi und Papaya solltest du hier verzichen wegen der enthaltenen Milchprodukte. Wenn du keinen Mascarpone im Haus hast, kannst du auch Rahmquark als Ersatz nehmen, und überall wo Zitronensaft steht, könntest du dich auch für Orangen- oder Limettensaft entscheiden. Ein letztes Mal für diese vier Tage meine ich, dass probieren über studieren geht, und ich wünsche dir von Herzen einen Tiefkühler voll feiner Glace und viiiiiiel Genuss beim Schlecken!


Zutaten für insgesamt ca. 3dl Glace-Masse
  • für die Mangomasse:
    - 120g Mango Fruchtfleisch
    - 1 EL Zitronensaft
    - 1 EL Erythrit oder 0.5 EL Zucker
  • für die Quarkmasse:
    - 70g Magerquark
    - 70g Mascarpone
    - 2 EL Erythrit oder 1-1.5 EL Zucker (Tipps zum Süssen findest du hier)
    - 2 EL Zitronensaft

Zubereiten
  1. Für die Mangomasse alle Zutaten in einen hohen Becher geben und mit dem Pürierstab pürieren, oder direkt im Standmixer / Blender pürieren.
  2. Für die Quarkmasse alle Zutaten in einer Schüssel mit dem Schwingbesen gründlich vermischen.
  3. Mango- und Quarkmasse abwechselnd mit Teelöffeln in Eis-am-Stiel-Formen füllen und gefrieren.




Donnerstag, 25. Mai 2017

Heidelbeer Quark Glace




Dieses Glace habe ich schon unzählige Male gemacht - es war mein Favorit während meiner Low Carb Phase, denn mit Erythrit anstelle von Zucker liefert ein solches Glace wirklich sehr wenig Kohlenhydrate, dafür gutes Eiweiss. Das Rezept kannst du ohne Aufwand schnell variieren. Zum Beispiel indem du Himbeeren oder Brombeeren anstelle der Heidelbeeren wählst. Oder du mischst verschiedene Beeren zusammen. Oder du halbierst die Quarkmenge und mischst in die eine Hälfte Himbeeren, in die andere Heidelbeeren. Abwechselnd eingefüllt nicht nur ein feines, sondern auch ein hübsches Glace! Auch den Magerquark kannst du ersetzen. Mit Halbfett- oder gar Rahmquark bekommt das Glace zwar etwas mehr Kalorien, wird dafür aber auch cremiger. Und wenn du möchtest, kannst du eine Hand voll Beeren auch nur mit einer Gabel quetschen und dann salopp untermischen. Ich persönlich mag die pürierte Version lieber, aber auch hier gilt einmal mehr: du entscheidest, wie es dir am allerbesten schmeckt!


Zutaten für ca. 4dl Glace-Masse
  • 250g Heidelbeeren
  • 250g Magerquark
  • 4 EL Erythrit oder 2-3 EL Zucker (Tipps zum Süssen findest du hier)


Zubereiten
  1. Heidelbeeren pürieren und durch ein Sieb in eine Schüssel streichen. Tipp: du kannst das "durch's Sieb streichen" auch weglassen wenn's pressiert, die Glaces werden aber kerniger/körniger.
  2. Magerquark und Erythrit dazugeben und alles mit dem Schwingbesen zu einer glatten Masse verrühren.
  3. Abschmecken und Süssgrad überprüfen.
  4. Masse in Eis-am-Stiel-Formen abfüllen und gefrieren.


Nebenbei bemerkt:
Selbstverständlich kannst du auch anderes Obst pürieren und daraus Quark-Glace machen. Aprikosen, Nektarinen, Mango... es eignen sich fast alle Obstsorten, ausser - und das ist wichtig - Ananas, Kiwi und Papaya. Diese Früchte enthalten natürliche Enzyme, die das Eiweiss im Quark quasi "verdauen". Dabei entsteht ein bitterlicher Geschmack, der den Glacegenuss ziemlich vermiest.




Donnerstag, 27. April 2017

Papagei Torte (saftiger Rüeblikuchen mit Zitronen-Quarkfüllung)




Schon 9 Jahre alt ist sie geworden, meine grosse Nichte Aliyah, und natürlich durfte auch sie wieder ein Motiv für ihre Geburtstagstorte wünschen. Nach Löwe (Anleitung steht noch in der Warteschleife 😉), Pferd und Prinzessin Elsa in den vergangenen Jahren sollte es dieses Mal ein Papagei werden. Welche Art Papagei wurde mir offen gelassen, und deshalb habe ich mich ohne lange zu überlegen für einen roten Ara entschieden. Erst war ich erleichtert und dachte mir "phu, zum Glück kein komplizierteres Motiv", aber beim Zeichnen der Schablone wurde mir schnell klar, dass das kein Kinderspiel werden würde. Uiuiui, vor allem die Schnabelpartie ist recht filigran und lässt nur wenig Platz für Fingerarbeit. Ausserdem ging ich wieder einmal partieweise vor, um die Dicke des Fondants aufs Minimale zu reduzieren. Schliesslich steht der kulinarische Genuss stets im Vordergrund! Für den Papagei braucht man aber sehr viele einzelne Fondant-Partien, und deshalb muss man gut auf glatte Kanten für schöne Übergänge und Fettflecken von der Buttercreme aufpassen.

Diese Torte würde ich also einem Fondant-Neuling nicht unbedingt als erstes 3D-Projekt ans Herz legen; es ist sicher von Vorteil, wenn du schon etwas Übung hast beim Eindecken. Ansonsten: plane genügend Zeit ein. Der Papagei gehört zu meinen bisher aufwändigsten Torten, und das Eindecken alleine kann dich einen ganzen Nachmittag beschäftigen. Wenn du andere Kuchen- und Füllungsrezepte suchst, die ebenfalls für den Papagei geeignet wären, dann schaue dir bei Gelegenheit doch meine anderen Motivtorten an (klicke hier, Rubrik "Motivtorten"). Dort findest du sowohl schokoladige wie auch fruchtige Ideen.


Hier kannst du die Schablone downloaden: Papagei Torte. Hinweis: nicht alle Drucker können randlos drucken - ziehe die fehlenden Linien dann einfach von Hand nach. Bei Bedarf kannst du die Schablonen vergrössern und verkleinern (Originalgrösse: zwei Seiten à A4). Meine Bitte an dich: verwende meine Schablonen nur zu privaten Zwecken. Ich stelle meine Schablonen gerne kostenlos jedem Interessierten zur Verfügung, bin ich Gegenzug aber dankbar für eine Verlinkung zu diesem Post, wenn du einen eigenen Blog oder eine eigene Homepage führst und dein tolles Werk online präsentierst. Bitte biete meine Schablonen nicht auf deinem Blog / deiner Homepage zum Download an, sondern verlinke auf diesen Post. Und: ich freue mich jeweils riesig Backresultate zu sehen. Wenn du magst dann schick mir doch ein Foto von deinem Werk auf oben genannte Mailadresse und überrasch mich mit deinem Papagei! Herzlichen Dank.

Der Kuchen - saftiger Rüeblikuchen
Aliyahs Geburtstag haben wir dieses Jahr am Ostersonntag gefeiert. Deshalb konnte ich fast nicht anders als einen Rüeblikuchen für den Boden zu backen, zumal der auch recht stabil und gut zu schneiden ist. Allerdings sind allzu filigrane Schnitzereien nicht möglich wegen der Karottenraspel. Für diesen Papagei ging es aber ganz gut, und der Rüeblikuchen hat natürlich den Vorteil, dass er herrlich saftig und superlecker ist. Angelehnt ans feine Rüeblitorte-Rezept nach Grosi Anna habe ich auch in dieses Kuchenrezept Kokosflocken reingeschmuggelt. Die sind geschmacklich nicht übermächtig, verleihen aber eine besondere Note und eine gute Struktur. Wenn du ein kleineres Backblech hast als ich, solltest du mit der Schablone testen, ob du evt. 2 Backbleche anstelle von einem grossen backen musst. Mit den Mengen musst du dann einfach etwas experimentieren. Achtung: du brauchst für diese grosse Rezeptmenge auch eine entsprechend grosse Rührschüssel!
  • Zutaten für ein Kuchenblech von ca. 45cm x 38cm
    Teile, die durch die Grösse des Backblechs
    abgeschnitten werden (z. B. Schwanzteil),
    kannst du aus Kuchenabschnitten
    "nachbauen".

    - 7 Eier
    - 1 Prise Salz
    - 60g Sonnenblumenöl (oder anderes neutrales Pflanzenöl)
    - 1 EL Milch
    - 1.5 Bio Zitronen, ganze abgeriebene Schale und ganzer Saft
    - 3 EL Kirsch
    - 360g Rüebliraspel (Rüebli durch die Bircherraffel gerieben)
    - 360g Puderzucker
    - 250g Mehl
    - 1 Beutelchen Backpulver
    - 140g geschälte gemahlene Mandeln
    - 100g Kokosraspel
  • Zubereiten und Backen
    1.) Das Blech mit Butter ausreiben oder mit Backpapier auslegen.
    2.) Eier mit der Prise Salz etwa 5-7 Minuten schaumig schlagen.
    3.) Öl, Milch, Zitronensaft und -schale und Kirsch darunterrühren, dann die Rüebliraspel dazugeben und kurz (!) unterrühren, bis alles gerade so vermengt ist.
    4.) Puderzucker, Mehl, Backpulver, Mandeln und Kokosrapsel in einer separaten Schüssel mischen, zur Teig-Masse geben und alles von Hand mit einem Gummischaber unterheben.
    5.) Masse ins Blech giessen und behutsam verteilen / glatt streichen.
    6.) Backen: ca. 20-25 Minuten bei 180°C (Oben- und Unterhitze), Ofenmitte. Stäbchenprobe!
    7.) Kuchen herausnehmen und vollständig auskühlen lassen.

Die Füllung - Zitronen-Quark-Creme
Zum saftigen Rüeblikuchen passen traditionell natürlich auch Frischkäsecreme oder weisse Schokoladenganache. Beide Füllungen sind aber ziemlich üppig, weshalb ich mich für eine frische Quark-Füllung mit Zitronen entschieden habe. Diese Kombination war herrlich frisch und (natürlich) angenehm saftig. Wenn etwas von der Füllung übrig bleibt schmeckt diese übrigens auch mit Früchten und/oder Kompott als Dessert superlecker!
  • Zutaten
    - 250g Halbfettquark
    - 250g Magerquark
    - 1 Bio-Zitrone, ganze abgeriebene Schale und 1 EL Saft
    - 70g Puderzucker
    - 6 Blatt Gelatine
    - 2 EL siedendes Wasser
    - 1.5dl Vollrahm / Sahne
  • Zubereiten
    1.) Gelatineblätter ca. 5 Minuten in kaltes Wasser einlegen.
    2.) Beide Mengen Quark, Zitronenschale und -saft und Puderzucker in einer Schüssel mit dem Schwingbesen gut verühren.
    3.) Gelatine ausdrücken, in einer separaten Schüssel mit dem siedenden Wasser übergiessen und unter Rühren mit dem Schwingbesen auflösen. Ein Esslöffel der Quark-Mischung unter die Gelatine rühren, anschliessend alles zur restlichen Magerquark-Mischung geben und gut mit dem Schwingbesen verrühren. Füllung 20 Minuten in den Kühlschrank stellen, während dieser Zeit den Rahm/die Sahne steif schlagen.
    4.) Füllung aus dem Kühlschrank nehmen und durchrühren. Den steif geschlagenen Rahm/die steif geschlagene Sahne dazugeben und vorsichtig unterheben, anschliessend die Torte damit füllen.

Der Mantel – Swiss Meringue Buttercream
Wieder einmal Swiss Meringue Buttercream; einfach weil sie so geschmeidig ist, damit wunderbar gearbeitet werden kann, und sie weder zu süss schmeckt noch zwischen den Zähnen knirscht. Das Rezept und die Anleitung für die SMB findest du bei der Captain America Torte. Für diese Papagei-Torte habe ich genau die dort genannte Menge mit 3 Eiweiss zubereitet und hatte zum Schluss noch etwas über, mit dem ich dann Cake-Pops aus den Kuchenabschnitten gemacht habe. Tolle und vor allem leckere Verwertung würde ich sagen 😁 .

Die "Hochzeit" - Torte zusammensetzen

  1. Mit Hilfe der Schablone die Papageiform 2x aus dem Kuchen ausschneiden. Einen Klecks Buttercreme auf die Tortenplatte streichen und die erste Lage Papagei auf die Tortenplatte setzen; so bleibt die Torte an Ort und Stelle und verrutscht nicht.
  2. Die Kuchenlage mit der Quarkfüllung bestreichen. Nutze dazu am besten einen Spachtel oder eine schmale Winkelpalette und achte darauf, dass du die Kuchenränder nicht allzu stark beschmierst. Sobald die Füllung gleichmässig verteilt ist die zweite Kuchenlage Papagei darauflegen und sanft andrücken, Ränder glatt streichen. Torte mit Frischhaltefolie einhüllen und mind. 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  3. Torte herausnehmen und mit einem scharfen, glatten Messer die Shilouette des Papageis ausarbeiten. Die Ränder sollen abgerundet werden, und der Ast, auf dem der Papagei sitzt, etwas tiefer liegen. Damit Flügel und Kopf etwas erhöht sind, kannst du wenig Kuchenabschnitt in eine Schüssel krümeln und mit wenig Buttercreme zu einer Art Kuchen-Knete vermischen, die du dann an Ort und Stelle auflegst. Damit schaffst du noch etwas mehr Struktur und Relief. Anschliessend alles mit einer Schicht Buttercreme einstreichen und danach 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Tipp: bei einer hellen Füllung musst du besonders exakt mit der ebenfalls hellen Buttercreme arbeiten, damit die Füllung schön abgedichtet wird, nicht nach aussen dringt und den Fondant angreift.
  4. Torte herausnehmen und erneut mit einer Schicht Buttercreme einstreichen. Es darf nun wirklich keine Füllung mehr durchdrücken! Ausserdem solltest du jetzt auf glatte Oberflächen und schöne Übergänge achten. Je glatter du arbeitest, desto schöner wird anschliessend der Fondantüberzug. Torte nochmals 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
  5. Jetzt ist die Torte bereit zum Eindecken mit Rollfondant. Ich habe als erstes mit dem schwersten Teil, nämlich dem Schnabel angefangen. Hier musst du etwas rumprobieren, den Fondant zart um die scharfe Kante ziehen und dir mit der schwarzen Schnabel-Partie etwas zu helfen wissen. Zum Glück sind für beide Stellen keine grossen Fondantstücke nötig, so dass du wirklich etwas pröbeln kannst, bist alles optimal liegt. Der weisse Teil für die Augenregion ist dann eine Kleinigkeit und das Schwierigste schon hinter dir.
  6. Mit braunem Fondant habe ich anschliessend den Ast, auf dem der Papagei sitzt, eingekleidet, dann mit einer langen, schmalen roten Fondantpartie den Bauch eingehüllt und anschliessend den Kopf. Dann folgten die farbigen langen Schwanzfedern und der rote Rückenteil.
  7. Zum Schluss kamen in kleinen Gefiederstücken Lage für Lage die Federn für den Flügel, die ich zudem leicht geprägt habe (sieht dann etwas mehr nach Federn aus). Details wie Krallen auf dem Ast, Auge und die roten Kerbungen um die Augenpartie (mit wenig roter Puderfarbe, oder zur Not mit etwas roter Farbe vom roten Rollfondant, mit einem leicht feuchten Pinsel aufgenommen) kommen ganz zum Schluss. Du kannst diese kleinen Fondantteile mit wenig (!) Wasser anfeuchten und einfach aufkleben. Dann kannst du dir den Lebensmittelkleber nämlich sparen. Tipp: ich mag keine grossen doppelten und dreifachen Fondantschichten. Manchmal lässt sich das nicht ganz vermeiden, aber dadurch dass ich diese Torte Schritt für Schritt in Partien eingedeckt habe, blieb die Fondantdecke dünn und geniessbar. Überlege dir gut welche Partien du nacheinander auflegst damit die Übergänge schön werden, schneide die Stücke erst nach dem Auflegen der ganzen Fondantpartie mit einem scharfen Messer oder Skalpell vorsichtig zu, und streiche anschliessend die Übergänge schön glatt. Achte darauf keine Buttercreme zwischen den Fondantteilen herauszudrücken und auf dem Fondant zu verstreichen, das gibt unschöne Fettflecken. Wenn du merkst, dass die Buttercreme zu weich und schmierig wird (das kann bei warmen Temperaturen durchaus passieren), stelle die Torte wieder für 20 Minuten in den Kühlschrank, gönn' dir eine Kaffeepause und mach' dann wieder weiter. Ich hoffe die Fotos rechts helfen dir, der Anleitung zu folgen und dir vorzustellen, welche Partien nacheinander kommen könnten.

Noch ein paar Mengenangaben zum Rollfondant:
Für die ganze Torte habe ich 1x 250g roten, etwa je 100g blauen und grünen, 50g braunen und kleine Mengen an schwarzem und weissem Rollfondant verwendet. Vom roten Fondant blieb wirklich kaum mehr etwas übrig, und wenn du noch nicht ganz so geübt bist und Fondant etwas dicker ausrollst, empfehle ich dir entweder zur Sicherheit 2x 250g roten Rollfondant einzukaufen oder aber etwas mehr Grün und Blau zu verwenden, z. B. beim Flügel und dem Schwanz.

Mein Zeitmanagement bei dieser Torte:
Freitag später Nachmittag: Rüeblikuchen gebacken. Freitag Abend: Butter für Buttercreme aus dem Kühlschrank genommen. Samstag Morgen: Rüeblikuchen in Form geschnitten, Füllung zubereitet, Papagei gefüllt und während dem Kühlstellen die Buttercreme zubereitet. Samstag Nachmittag: Papagei 1x eingestrichen und kühlgestellt, zweites Mal eingestrichen und kühlgestellt, komplett eingedeckt, fertiggestellt und wieder kühlgestellt (nicht zu nahe an Kühlschrankränder, keine stark riechenden Lebensmittel im Kühlschrank, nicht zudecken). Sonntag: Torte "geliefert" und verspiesen 😊. 



Donnerstag, 20. April 2017

Erdbeer Rhabarber Wähe




Apfel und Zimt, Heidelbeere und Vanille, Orangen und Zartbitterschokolade... alles aromatische Traumpartner, welche die Basis für so manches feines Gebäck bilden. Und im Frühling hat ein weiteres Power Pärchen Saison: Erdbeere und Rhabarber. Beide schmecken schon alleine als Hauptdarsteller einfach super, aber in der Kombination harmonieren die Süsse der Erdbeeren und die Säure des Rhabarbers einfach herrlich. Und nebst Konfitüre lässt sich das Duo auch in ganz viel Gebäck verwenden. Heute stelle ich dir deshalb eine feine Erdbeer Rhabarber Wähe vor, die so wunderbar saftig, frisch und lecker schmeckt, dass ich sie besser gleich gross gebacken hätte, so schnell war sie aufgefuttert.

Beim heutigen Rezept handelt es sich aber nicht um eine 08/15 Wähe; Boden und Rand bestehen aus einem feinen Quarkteig mit Mandeln, und der Guss enthält - halt' dich fest - Marzipan!! Wenn du Marzipan überhaupt nicht magst, dann ist das heutige Rezept nicht deins, denn man schmeckt ihn durch. Wenn du aber Angst hast, dass das Ergebnis zu süss oder der Marzipan übermächtig ist, dann kann ich dich beruhigen. Denn ich selbst mag Marzipan zwar sehr gerne, mein Mann aber lieber nur kleine Dosen. Und wir beide waren mit dem Ergebnis sehr, sehr glücklich...!

Noch ein kleiner Ausschweifer rund ums Backen (keine Werbung, alles selbst bezahlt und ausprobiert): bisher habe ich meine Wähen immer in normalen runden Backblechen gebacken. Bei meiner letzten Bakeria-Bestellung - ich brauchte Rollfondant für die Geburtstagstorte meiner Nichte - habe ich mir aber gleich zwei Dinge gegönnt. Einerseits die uuuuh tolle Tortenplatte, die du auf den Fotos siehst. Sowas habe ich mir schon lange gewünscht und mir nun endlich geleistet (gibt's auch in gross). Und ausserdem habe ich mir ein rundes Quiche-Backblech gekauft, das ein paar tolle Vorteile hat, die ich nun selbst absolut bestätigen kann: es ist doppelt antihaftbeschichtet und muss deshalb nicht eingefettet werden (funktioniert), durch die vielen Luftlöcher wird der Teig besonders knusprig (tatsächlich) und der Boden ist herausnehmbar, weshalb die Wähe nach dem Abkühlen ohne Probleme auf die Tortenplatte rutscht (praktisch). Auch diese Form gibt es in verschiedenen Grössen und ist eine klare Kaufempfehlung für alle, die gerne und regelmässig Wähen, Pies und Quiches backen, die noch Platz in den Küchenschränken haben und deren Mann die Sucht nach Backartikeln akzeptiert 😄.


Zutaten für ein rundes Kuchenblech von 18cm Durchmesser
(für 24cm Durchmesser Zutaten verdoppeln, für 30cm Durchmesser Zutaten verdreifachen)
  • Quarkteig
    - 60g Mehl
    - 20g gemahlene Mandeln
    - 1 Prise Salz
    - 1 EL Zucker
    - 25g kalte Butter, in Stücken
    - 60g Halbfettquark
  • Wäheneinlage
    - 120g Rhabarber (gerüstet gewogen)
    - 1 EL Zucker
    - 120g Erdbeeren (gerüstet gewogen)
    - 2 EL gemahlene Mandeln
  • Marzipan-Guss
    - 1 Ei
    - 1/2 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
    - 5 EL Vollrahm / Sahne
    - 1 leicht gehäufter TL Stärke (z. B. Maizena)
    - 100g Marzipan, in kleinen Stücken
  • Ausserdem
    - 1-2 EL Mandelblättchen (kann auch weggelassen werden)
    - etwas Puderzucker


Zubereiten und Backen
  1. Als erstes Teig zubereiten: Mehl, Mandeln, Salz und Zucker in einer Schüssel verrühren. Kalte Butter dazugeben und alles zu einer krümeligen Masse verreiben. Dann den Quark dazugeben, rasch zu einem leicht feuchten Teig vermischen ohne ausgiebig zu kneten und dann den Teig in Frischhaltefolie eingepackt für mind. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Inzwischen die Rhabarbern waschen, wenn nötig äusserste Haut abziehen und in 1cm kleine Stücke schneiden. Mit 1 EL Zucker vermischen und zugedeckt mind. 15 Minuten zur Seite stellen. Auch die Erdbeeren in 1cm kleine Stücke schneiden und zur Seite stellen.
  3. Guss vorbereiten: Ei, Vanillemark, Rahm/Sahne und Stärke in einen hohen
    Messbecher geben und mit dem Pürierstab kurz vermischen. Dann das Marzipan
    dazugeben und alles zu einer glatten Masse pürieren.
  4. Rundes Backblech einfetten und mit Mehl bestäuben oder mit Backpapier auslegen. 
  5. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf wenig Mehl in der Grösse des Backblechs (inkl. Ränder) ausrollen, anschliessend die Form damit auskleiden. Tipp: wenn du keine Wähenform mit gelochtem Boden besitzt, stich' den Teig im Backblech einige Male mit einer Gabel ein.
  6. 2 EL gemahlene Mandeln auf den Wähenboden streuen, dann die Rhabarberstücke abgiessen und zusammen mit den Erdbeeren auf dem Wähenboden verteilen.
  7. Marzipanguss darübergiessen und zum Schluss mit Mandelblättchen bestreuen.
  8. Backen: ca. 35-40 Minuten bei 180°C (Unter- und Oberhitze), untere Ofenhälfte, bis die Wähe schön goldbraun und der Guss gestockt ist.
  9. Wähe herausnehmen und auskühlen lassen, kurz vor dem Servieren mit wenig Puderzucker bestreuen.