Samstag, 20. Januar 2018

Himbeer Gugelhopf mit weisser Schoggi




Wir stecken mitten im Winter, und trotzdem stelle ich dir heute einen Himbeer Gugelhopf vor? Wenn du dich jetzt fragst, wie das mit meinem Credo "möglichst saisonal und regional" zu vereinbaren ist, dann kann ich deine Verwirrung sehr gut verstehen. Wenn wir uns im Januar nämlich strickt an einheimische frische Früchte halten wollen, dann kommen im Moment praktisch nur Äpfel, Birnen und Schweizer Kiwis (ja, die gibt's wirklich!) in Frage. Und das wäre doch wirklich auf die Dauer etwas langweilig. Nun liegt in der Obstabteilung von Grossverteilern natürlich noch mehr zum Kauf bereit: Orangen, Bananen, Kakis, aber bestimmt keine frischen Beeren, zumindest keine wirklich feinen... Und genau hierzu habe ich dir einen Tipp, wie du das volle beerige Aroma in dein Gebäck bringst, mitten im Winter: mit gefriergetrockneten Beeren.

Dieses besondere Verfahren der Haltbarmachung macht es möglich, sowohl Farb- wie auch Aromastoffe optimal zu erhalten und empfindliche Beeren länger zu lagern. Bei uns zu Hause finden sich fast den ganzen Winter über gefriergetrocknete Himbeeren und Erdbeeren im Vorrat, da ich es liebe sie in Porridge, Griessbrei und Müesli einzuarbeiten. Und zum Backen eignen sie sich natürlich ebenfalls hervorragend, weshalb fast ein halber Beutel in diesen Gugelhopf gewandert ist. Das Ergebnis wird herrlich fruchtig - richtig himbeerig und nicht zu süss, einfach fein. Wenn du also noch nie mit gefriergetrockneten Beeren gebacken hast, dann hoffe ich ist es mir gelungen, dich gwundrig zu machen. Es lohnt sich!


Zutaten für eine kleine Gugelhopfform von ca. 1 Liter Inhalt
Für eine grosse Gugelhopfform von ca. 2 Litern Inhalt Zutaten verdoppeln, oder für eine schöne Höhe sogar auf 5 Eier hochrechnen (alle Zutaten erst :2, dann x5 rechnen). Die Backzeit verlängert sich um geschätzte 10-15 Minuten, die Stäbchenprobe ist wichtig.
  • 100g weiche Butter + etwas mehr für die Form
  • 80g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
    ©Sonnenkorn
  • 2 EL Milch
  • 100g Mehl + etwas mehr für die Form
  • 40g Stärke (z. B. Maizena)
  • 1 leicht gehäufter TL Backpulver
  • 0.5 TL Natron (ersatzweise ganze Menge durch Backpulver ersetzen)
  • 40g weisse Schokolade, fein gehackt
  • 40g Marzipan, an der Bircherraffel gerieben (im Grossverteiler in der Backwarenabteilung erhältlich, auch unter dem Namen "Mandelmasse", enthält ca. 40% Mandeln)
  • 20g gefriergetrocknete Himbeeren, fein gehackt (z. B. von Sonnenkorn, erhältlich in Drogerien und Reformhäusern)
  • für die Deko:
    - 0.5 Beutel weisse Kuchenglasur oder ca. 50g weisse Schokolade, geschmolzen
    - wenig gefriergetrocknete Himbeeren, fein gehackt


Zubereiten und Backen
  1. Gugelhopfform mit Butter ausreiben und mit Mehl bestäuben, dann in den Kühlschrank stellen.
  2. Butter, Zucker und Salz einige Minuten cremig aufschlagen.
  3. Eier einzeln dazugeben und gründlich unterrühren, bis die Masse heller wird. Dann die Milch kurz darunterrühren.
  4. Mehl, Maizena, Backpulver und Natron mischen, dann zur Teigmasse geben und alles gut verrühren.
  5. Zum Schluss die fein gehackte Schokolade, das Marzipan und die fein gehackten Himbeeren dazugeben und darunterrühren.
  6. Teig in die vorbereitete Gugelhopfform füllen und mit einer Gabel leicht glatt streichen.
  7. Backen: ca. 35 Minuten bei 180°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte. Stäbchenprobe!
  8. Gugelhopf rausnehmen, in der Form ca. 10 Minuten abkühlen lassen, dann behutsam auf ein Kuchengitter stürzen und aus der Form lösen. Vollständig auskühlen lassen.
  9. Für die Deko den Gugelhopf mit weisser Kuchenglasur, rsp. geschmolzener weisser Schokolade beträufeln und mit den Himbeeren dekorieren.


Tipps zum Variieren
Diesen Gugelhopf kannst du natürlich auch mit gefriergetrockneten Erdbeeren backen, das Ergebnis wird etwas milder. Daher empfehle ich dir für eine Erdbeer-Variante noch die abgeriebene Schale von einer halben Zitrone hinzuzufügen (Ergebnis wird etwas "spritziger", oder aber das Mark von einer Vanilleschote (Ergebnis wird etwas "lieblicher"). Die weisse Schoggi und das Marzipan dienen der aromatischen Unterstützung der Himbeeren - beide drängen sich absolut nicht in den Vordergrund. Wenn du es nun etwas schokoladiger magst, kannst du die weisse Schoggi auch durch Zartbitterschokolade ersetzen. Himbeeren und dunkle Schokolade vertragen sich sehr gut und bilden ein feines Aroma-Duo. Anstelle den Gugelhopf mit Glasur zu übergiessen, kannst du ihn auch nur mit Puderzucker bestäuben. Einmal mehr handelt es sich hier also um ein Rezept, das du wunderbar deinem Gusto entsprechend abwandeln kannst. Viel Spass beim Experimentieren!



Sonntag, 14. Januar 2018

Apfel Mandel Cake




In den Wintermonaten ist unsere Obstschale auffallend häufig mit Äpfeln und Birnen gefüllt - also wird auch damit gebacken. Und Äpfel sind ja richtige Tausendsassas wenn es ums Backen geht. Sie sind unglaublich vielseitig und passen daher natürlich auch in klassische Cake-Rezepte. Für das heutige Rezept habe ich Äpfel gerieben und mit gemahlenen Mandeln kombiniert. So schmeckt er fruchtig und zart-nussig, du kannst aber auch gemahlene Haselnüsse verwenden, damit der Cake etwas kräftiger nussig wird. Wähle einfach selbst, was dir am besten schmeckt! Wichtig ist, dass du die Apfelraspel leicht ausdrückst bevor du sie dem Teig zugibst. Ansonsten ist das Rezept ultraeinfach und schnell zubereitet, nur das Backen dauert eine ganze Weile. Gut Ding will eben Weile haben 😊 . Der Apfel Mandel Cake ist total saftig, weshalb er sich hervorragend am Vortag zubereiten lässt, wenn du z. B. Besuch empfängst. Ich habe übrigens den Kuchen an einem Freitag das erste Mal gebacken und am Montag darauf das letzte Stück verdrückt - immer noch herrlich saftig und geschmeidig!


Zutaten für eine Kastenform von 20cm Länge
Für eine Kastenform von 30cm Länge alle Zutaten erst :2, dann x3 rechnen, das ergibt dann z. B. 3 Eier usw. Die Backzeit kann sich um 5-10 Minuten verlängern, also beobachte gut und mach' die Stäbchenprobe.
  • 80g weiche Butter
  • 130g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 1 Bio-Zitrone, nur abgeriebene Schale
  • 120g Mehl
  • 1.5 TL Backpulver
  • 160g gemahlene Mandeln
  • 2 mittlere Äpfel, geschält und durch die Röstiraffel gerieben (ergibt ca. 200g), leicht ausgedrückt (dann sind es noch ca. 170g)
  • für den Zuckerguss:
    - 100g Puderzucker
    - 2-3 EL Zitronensaft


Zubereiten und Backen
  1. Die Kastenform mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben, oder vollständig mit Backpapier auslegen.
  2. Butter, Zucker, Salz, Eier und Zitronenschale in einer Schüssel ca. 5 Minuten
    luftig schlagen.
  3. In einer separaten Schüssel Mehl, Backpulver und Mandeln mischen, dann zusammen mit den geriebenen Äpfeln zur Buttermasse geben und alles von Hand mit einem Gummischaber darunterziehen, bis alles gerade so verrührt ist.
  4. Teig in die vorbereitete Backform füllen und leicht glatt streichen.
  5. Backen: ca. 60 Minuten bei 180°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte. Stäbchenprobe!
  6. Kuchen herausnehmen, 10 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
  7. Für die Glasur den Puderzucker mit dem Zitronensaft gründlich verrühren und den ganzen Kuchen damit bestreichen oder nach Wunsch auch nur darüberträufeln lassen. Tipp: anstelle des Zuckerguss' kannst du den Cake natürlich auch mit reinem Puderzucker bestäuben.



 

Montag, 8. Januar 2018

Baumnuss Orangen Torte




Vor kurzem ist mir aufgefallen, dass ich schon viel zu lange keine Torte mehr gebacken habe. Das liegt unter anderem auch daran, dass ich selbst kein so grosser Torten-Tiger bin - vielfach sind mir die hübschen Dessertstücke einfach zu mächtig, so dass ich lieber ein Stück Kuchen habe. Zu speziellen Anlässen ist eine Torte aber nicht vom Dessertbuffet wegzudenken, so zum Beispiel zum Neujahrskaffee mit lieben Freunden. Da aber die Festtage - von einigen auch liebevoll Fresstage genannt 😄 - gerade hinter uns lagen, wollte ich eine schwere Torte vermeiden und habe mir deshalb etwas fruchtig Leichte(re)s ausgedacht. Und was bietet sich da mehr an, als die Kombination von Quark und Orangen?!

Die Basis bildet ein luftiger Baumnussbiskuit, den du natürlich auch wahlweise mit gemahlenen Mandeln oder Haselnüssen zubereiten kannst. Viele scheuen sich davor Biskuit zu backen, dabei braucht es gar keine Zauberformel dazu. Wichtig ist, dass du a) alle Zutaten schön bereitstellst, b) dass die Schüssel, in der du das Eiweiss steif schlägst, fettfrei ist, und c) dass du beim Zusammenfügen des Teigs behutsam vorgehst und von Hand, also mit einem Gummischaber, alle Zutaten vermengst. Ach ja, und beim Backen muss der Ofen wirklich gut vorgeheizt sein. Wenn ich Biskuit backe, lege ich immer einen Backofenthermometer mit aufs Kuchengitter. Denn auch wenn der Backofen schon meldet, dass die Temperatur erreicht ist, fehlen meist noch etwa 40°C bis zur gewünschten Zieltemperatur. Wenn du den Biskuit bei zu geringer Temperatur in den Ofen schiebst, wird er nicht gleichmässig aufgehen. Mit diesen Tipps hoffe ich, dir die Angst vor Biskuit etwas zu nehmen. Und wenn doch mal eine Delle oder ein Hügel entsteht: es gibt ja immer noch Messer zum begradigen. Schön eingekleidet in die Deko merkt keiner deiner Gäste, dass der Biskuit nicht perfekt aus dem Ofen gekommen ist 😉 .



Zutaten für eine Springform von 18-20cm Durchmesser und eine Lage Füllung
Für eine grosse Springform von 24-26cm Durchmesser alle Zutaten verdoppeln (die Backzeit für den Baumnussbiskuit verlängert sich ca. um 5-10 Minuten). Möchtest du zwei Lagen Füllung machen, dann solltest du die Zutaten für die Füllung mind. x3 oder sogar x4 berechnen, je nach dem wie hoch die Füllung werden soll.
  • für den Baumnussbiskuit
    - 60g Zucker
    - 1 TL Vanillezucker
    - 3 Eigelb
    - 1 EL heisses Wasser
    - 3 Eiweisse
    - 1 Prise Salz
    - 1.5 EL Zucker
    - 80g Baumnüsse / Walnüsse, im Cutter gemahlen
    - 60g Mehl
    - 1 TL Stärke (z. B. Maizena)
  • für die Füllung
    - 4 Bio-Orangen
    - 250g Halbfettquark
    - 60g Puderzucker (oder nach Belieben mehr)
    - 3 Blätter Gelatine, 10 Minuten in kaltes Wasser eingelegt
    - 2 EL siedendes Wasser
    - 2.5dl Vollrahm / Sahne, mit 1 Beutelchen Rahmhalter / Sahnesteif steif geschlagen
  • für die Deko
    - ca. 50g Baumnüsse / Walnüsse, gehackt


Zubereiten, Backen und Fertigstellen
Einige Streifen Backpapier unter dem Biskuit
schützen die Tortenplatte vor Verschmutzung;
am Schluss einfach vorsichtig rausziehen.
  1. Baumnussbiskuit backen (geht sehr gut am Vorabend): die Springform mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben, oder vollständig mit Backpapier auslegen. Zucker, Vanillezucker, Eigelb und heisses Wasser in einer Schüssel ca. 5 Minuten schaumig rühren. Eiweisse in einer separaten Schüssel mit der Prise Salz steif schlagen, dann den Zucker dazugeben und kurz weiterschlagen, bis die Masse glänzt. Gemahlene Nüsse, Mehl und Stärke in einer dritten Schüssel vermischen. Dann sowohl die Eiweiss- wie auch die Mehl-Masse zur Eigelb-Masse geben und alles behutsam von Hand mit einem Gummischaber unterheben. Die luftige Teigmasse in die Springform füllen, kurz glatt streichen und sofort backen: ca. 20-25 Minuten bei 180°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte. Stäbchenprobe! Biskuit herausnehmen, ca. 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Sobald er vollständig ausgekühlt ist, oder am nächsten Tag, Biskuit 1x waagerecht halbieren, damit zwei gleich grosse Lagen entstehen. Einen grossen Biskuit kannst du wenn gewünscht auch in drei Lagen schneiden. Tipp: ist beim Backen ein Hügel entstanden, oder der Biskuit ist leicht eingesunken, dann begradige erst den Biskuit und schneide ihn dann in Lagen.
  2. Füllung zubereiten: von einer Orange die Schale abreiben, von allen vier
    Orangen die Fruchtfilets herausschneiden. Das übrig gebliebene Fruchtfleisch in ein Gefäss auspressen und Saft auffangen. Quark, Puderzucker und abgeriebene Orangenschale gut verrühren. Dann die Gelatine ausdrücken und mit dem siedenden Wasser auflösen. 1-2 EL der Quarkmasse zur Gelatine geben und gut verrühren, anschliessend alles sofort unter die restliche Quarkmasse mischen und gut verrühren. Füllung kühl stellen, bis sie leicht fest ist (20-30 Minuten). Glatt rühren, dann die Hälfte des steifgeschlagenen Rahms vorsichtig unterziehen. Die andere Hälfte des Schlagrahms füllst du in einen Spritzbeutel mit gewünschter Tülle und legst ihn in den Kühlschrank.
  3. Torte zusammensetzen: erste Lage Biskuit auf die gewünschte Kuchenplatte
    stellen. Mit 2 EL aufgefangenem Orangensaft beträufeln, 2/3 der Orangenfilets auflegen und dann mit 2/3 der Füllung bestreichen. Zweite Lage Biskuit auflegen und zart festdrücken. Dann die restliche Füllung gleichmässig an die Ränder und auf die Oberfläche der Torte verteilen und glatt streichen. Die Ränder mit gehackten Baumnüssen bestreuen. Zum Schluss die übrig gebliebenen Orangenfilets kurz auf einem Küchenpapier etwas "abtrocknen" und nach Wunsch auf die Torte legen und mit dem restlichen Schlagrahm kleine Deko-Tuffs aufspritzen, ebenfalls mit gehackten Baumnüssen bestreuen. Torte vor dem Servieren mind. nochmals 30 Minuten kühl stellen, besser sind 60 Minuten. Tipp: wenn du eine grosse, 3-lagige-Torte machst, verfährst du mit der zweiten Schicht Füllung genau gleich wie mit der ersten. 


Noch ein paar kleine Tipps am Rande...
Dass du die Baumnüsse auch durch andere Nüsse ersetzen kannst, habe ich schon im Einleitungstext geschrieben. Sehr hübsch wird die Torte auch, wenn du halb (Blond-)Orangen und halb Blutorangen verwendest. Natürlich eignen sich auch Clementinen für dieses Rezept, du brauchst einfach ein ganzes Stück mehr von der Anzahl her, und anstelle Filets herauszutrennen schneidest du die kleinen Früchtchen vielleicht eher in Stücke. Zu guter Letzt: wenn weder Kinder, Schwangere noch Stillende am Tisch sitzen, könntest du den Biskuit auch mit Grand Marnier anstelle von Orangensaft tränken.