Sonntag, 29. Mai 2016

American Pancakes




Endlich! Endlich gibt es mal wieder ein neues Rezept auf meinem Blog! Und auch wenn es nicht aus dem Backofen stammt, so ist es doch eines unserer Lieblingsrezepte. Mein Mann und ich verbrachten im April dieses Jahres zwei Ferienwochen in den USA und haben uns dort einmal mehr kulinarisch verwöhnen lassen. Pancakes gehörten natürlich unbedingt dazu, und als wir wieder zu Hause waren und noch etwas unter Fernweh litten habe ich begonnen, an meinem eigenen Pancake Rezept zu schräubeln. Fluffig sollten sie sein und geschmeidig auf der Zunge. Mein lieber Herr Gemahl hat eifrig testgegessen und heute möchte ich dir dieses wunderbare Rezept verraten, das wir so heiss und innig lieben. Es passt zum Sonntags-Brunch genauso wie zum Abendessen, und es ist unheimlich wandelbar. Probier' es aus, es lohnt sich!

Ich möchte heute aber auch die Gelegenheit nutzen, mich für unbestimmte Zeit in Blog-Pause zu verabschieden. Anfang des Jahres habe ich eine neue Position im Unternehmen angenommen, in dem ich seit über sieben Jahren arbeite. Obwohl ich erst dachte, dass ich nach den ersten Monaten wieder mehr Zeit für den Blog finden würde, spüre ich dass ich meine Energien auch weiterhin vor allem für meinen Job brauche und die Freizeit intensiv für die Erholung nutzen muss. Meine neue Aufgabe macht mir viel Spass und birgt so viele Möglichkeiten, dass meine Arbeitstage immer noch überdurchschnittlich lange sind. Zwar backe ich nach wie vor regelmässig und liebe mein süsses Hobby, aber Rezepte zu verbloggen ist viel Arbeit; Fotografieren und Schreiben brauchen viel Zeit, die ich im Moment einfach nicht habe.

Für den Moment hoffe ich deshalb, dass du unter den über 180 Rezepteposts auf meinem Blog genügend Inspiration für deine eigene Backstube findest (wenn es denn je genügend Inspiration geben kann :) ) und dass du Barbara's Backstube nicht ganz vergisst. Denn eines Tages werde ich hier den Faden wieder aufnehmen und backbloggen was das Zeug hält. Ob das in einem Monat, in einem halben Jahr oder später der Fall sein wird, kann ich heute aber noch nicht abschätzen.

Deshalb, für jetzt und ganz fest von Herzen: danke für deine Treue, back' weiterhin viel und geniesse die süssen Seiten des Lebens in vollen Zügen. Wir lesen uns :) .

Deine Barbara Bäcker


Zutaten für 6-7 Pancakes
  • 210g Mehl (z. B. helles Dinkelmehl)
  • 2 EL Zucker
  • 1 gestrichener EL Backpulver
  • 0.5 TL Salz
  • 1 grosses Ei (63g+)
  • 300ml handwarme Milch
  • 40g flüssige Butter
  • 1 TL Vanilleextrakt oder ausgekratztes Mark 1 Vanilleschote
  • nach Wunsch: frische oder angetaute TK-Heidelbeeren
  • zum Ausbacken: (flüssiges) Pflanzenfett, nach Wunsch auch Butter
  • für das Topping nach Belieben:
    - in Stücke geschnittene Erdbeeren
    - Ahornsirup, flüssiger Honig oder Birnen-/Agavendicksaft
    - Schlagrahm / Schlagsahne


Zubereiten
  1. Backofen auf 80°C vorheizen, das Backgitter in die Mitte oder untere Ofenhälfte einschieben und einen (oder mehrere) Teller draufstellen.
  2. In einer Schüssel Mehl, Zucker, Backpulver und Salz vermischen.
  3. In einer zweiten Schüssel das Ei verquirlen.
  4. Die flüssige Butter in der handwarmen Milch lösen, zusammen mit dem Vanilleextrakt / dem Vanillemark zum Ei geben und alles gut verrühren.
  5. Nun die flüssige Ei-Mischung zur trockenen Mehl-Mischung geben und alles mit einer Gabel gerade so verrühren bis keine Mehlbrocken mehr sichtbar sind. Tipp: die Pancake-Teigmischung scheint jetzt etwas klumpig, das ist absolut ok. Wenn du Pancake-Teig zu lange mischst und z. B. einen Schneebesen oder gar den Mixer benutzt, werden die Pancakes nicht fluffig sondern zäh und recht kompakt.
  6. Für Pancake Nummer 1: ein TL Pflanzenfett in eine beschichtete Bratpfanne geben und auf mittlere Stufe erwärmen (bei 6 Stufen: Stufe 4).
  7. Eine Portion Teig in die Mitte der Pfanne geben. Tipp: damit meine Pancakes alle ungefähr gleich gross werden, benutze ich mein Cup-Mess-Set, entweder die 1/4 Cup-Grösse (60ml Inhalt, gibt ca. 7 Pancakes) oder die 1/3 Cup-Grösse (80ml Inhalt, ergibt ca. 6 Pancakes). Wenn du kein solches Mess-Set besitzt, geht es auch mit Esslöffeln oder einer nicht allzu grossen Suppenkelle.
  8. Nun nach Wunsch die frischen oder angetauten Heidelbeeren auf den flüssigen Teig verteilen.
  9. Nach ungefähr 70-90 Sekunden bilden sich kleine Bläschen an der Teigoberfläche und der Pancake-Rand wird etwas dunkler und fester. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Pancake mit einer flachen Bratschaufe zu wenden und ihn dann auch auf dieser Seite noch etwa 1 bis 2 Minuten fertig zu braten. Den fertigen Pancake transportierst du mit der Bratschaufel vorsichtig auf den Teller im Backofen, damit er auch schön warm bleibt bist du den ganzen Stapel servierst. Wichtig: die genannten Zeitangaben pro Seite sind Anhaltspunkte und können von Herd zu Herd und Pfanne zu Pfanne variieren. Mit der Bratschaufel kannst du jeweils einen kleinen Kontrollblick unter den Pancake riskieren :) .
  10. Für Pancake Nummer 2: reduziere die Temperatur deiner Pfanne (bei 6 Stufen: Stufe 3). Gib ohne weitere Fettzugabe erneut die gleiche Menge Teig in die Mitte der Pfanne, brate den Pancake nach dem gleichen Verfahren wie oben und staple ihn dann anschliessend auf den fertigen Pancake im Backofen.
  11. Alle weiteren Pancakes: je nach Anti-Haft-Beschichtung deiner Pfanne brauchst du überhaupt kein Fett mehr dazuzugeben, oder du gibst nach jeweils 2 Pancakes wieder ein paar Tröpfchen Fett dazu. Finde heraus, wieviel Fett du brauchst; ich plädiere jeweils für so wenig wie möglich.
  12. Wenn alle Pancakes fertig sind kannst du als Topping z. B. frisch geschnittene Erdbeeren auf den Stapel verteilen, etwas Ahornsirup darüber giessen und einen Klecks Schlagsahne / Schlagrahm drauf geben. Lecker!


Pancakes - (fast) alles ist möglich
Die Variante mit Heidelbeeren im Teig und Erdbeeren als Topping sind bei uns zu Hause der absolute Favorit - auf meinem Teller mit etwas Ahornsirup über alles :) . Du kannst aber deine ganz eigenen Vorlieben umsetzen. Hier ein paar Beispiele:
  • Teig variieren:
    - 1/4 bis 1/3 des Mehls durch Vollkornmehl ersetzen (Ergebnis wird leicht fester)
    - Teig mit Zimt oder anderen Gewürzen anstelle von Vanille aromatisieren
    - Kakao- oder Schokoladenpulver unter das Mehl mischen
    - grob gehackte Nüsse, Bananenscheiben oder andere kleine Früchte auf den Teig streuen
    - grob gehackte Schokolade oder Schoko-Tropfen auf den Teig streuen
  • Topping variieren:
    - andere frische Früchte über die Pancakes legen (z. B. Bananenscheiben)
    - Kompott über die Pancakes geben (z. B. Apfel- oder Kirschkompott)
    - leicht gesüsstes Beerenpüree oder anderes Fruchtpüree über die Pancakes träufeln
    - Schokoladensauce über die Pancakes giessen und mit Schlagsahne/-rahm toppen




Samstag, 26. März 2016

Grosi Anna's Rüeblitorte




Vor einiger Zeit habe ich ein sehr nettes Feedback von der Leserin Yvonne Ernst zu einem meiner Rezepte erhalten. Solche Zuschriften freuen mich immer riesig, denn was ist ein Rezepteblog, wenn niemand nachbäckt was da so veröffentlicht wird?! Jedenfalls hat sie mir im Gegenzug eines ihrer Rezepte weitergeben und mir erlaubt, es auch auf meinem Blog zu veröffentlichen. Sie schrieb mir unter anderem folgendes:
Ich möchte dir gerne das Rüeblichueche Rezept von meinem Grosi weitergeben. Ich weiss, es ist "nur" ein Rüeblichueche, aber ich finde es das beste Rezept überhaupt für einen Solchen. (...) Es würde mich wahnsinnig freuen, wenn das Rezept von meinem Grosi nicht verloren ginge. (...) Bei mir ist das Nachbacken immer mit so vielen Erinnerungen an mein Grosi gespickt; das macht den Rüeblichueche noch mehr zu etwas ganz Besonderem.
Ihre Zeilen haben mich sehr berührt, und deshalb möchte ich diesem grossartigen Rezept unbedingt einen Platz geben. Denn der Kuchen ist wirklich wunderbar! Yvonne's Grosi Anna Hug besass früher noch keine Waage, deshalb mass sie die Zutaten mit Tassen ab. Der Einfachheit halber habe ich für euch die Zutaten gewogen, am Rezept habe ich aber überhaupt nichts geändert - es ist genau so, wie es Yvonne's Grosi früher gebacken hat. Ich empfehle euch unbedingt dieses Rezept auszuprobieren. Die Kokosnuss - auf den ersten Blick ins Rezept recht ungewöhnlich für eine Schweizer Rüeblitorte - schmeckt ganz zart durch ohne aufdringlich zu sein, und der Kuchen ist wunderbar saftig und gleichmässig in der Konsistenz. Passend zu Ostern gab es bei uns ein paar Zuckereili dazu, zu einem anderen Anlass passen aber auch die obligaten Marzipanrüebli oder sonstige Zuckerdekorationen. Und zu guter Letzt möchte ich dir, liebe Yvonne, nochmals herzlich für deine Nachricht und dieses wunderbare Familienrezept danken!



Zutaten für eine Springform von 24-26cm Durchmesser
(für eine kleine Springform von 18-20cm Durchmesser Zutaten auf 3 Eier herunterrechnen)
  • 5 Eigelb
  • 50g weiche Butter
  • 1 Zitrone, ganzer Saft und abgeriebene Schale
  • 2 EL Kirsch
  • 260g Puderzucker
  • 180g Mehl
  • 1/2 Beutel Backpulver
  • 100g gemahlene (nach Wunsch geschälte) Mandeln
  • 70g Kokosraspel
  • 260g geschälte Karotten, an der Bircherraffel gerieben
  • 5 Eiweiss
  • 1 Prise Salz
  • Für die Glasur:
    - 150g Puderzucker
    - 1 EL Zitronensaft
    - 1 EL Kirsch
    - 1 EL Wasser
  • Für die Dekoration:
    Nach Wunsch gemahlene Mandeln / Kokosraspel für die Dekoration der Kuchenseite, Zuckereili / Marzipan-karotten oder andere Dekoelemente für die Kuchenoberfläche.


Zubereiten und Backen
  1. Springform mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben oder mit Backpapier auslegen.
  2. Eigelb und weiche Butter in einer Schüssel einige Minuten cremig schlagen, dann Zitronensaft und -schale und Kirsch dazugeben.
  3. In einer separaten Schüssel Puderzucker, Mehl, Backpulver, gemahlene Mandeln und Kokosraspel mischen und zusammen mit den geriebenen Karotten zur Eigelb-Butter-Masse geben, gründlich unterrühren.
  4. Eiweiss mit der Prise Salz steif schlagen, zur Teigmasse geben und behutsam von Hand mit einem Gummischaber unterheben bis alles gerade so vermischt ist, dann den Teig in die Springform füllen.
  5. Backen: 55-60 Minuten bei 180°C, untere Ofenhälfte. Stäbchenprobe!
  6. Kuchen herausnehmen und etwa 10 Minuten abkühlen lassen. Dann die Springform vorsichtig lösen und den Kuchen auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.
  7. Für die Glasur alle Zutaten zu einem geschmeidigen Guss verrühren und anschliessend die Torte damit überziehen. Nach Wunsch gemahlene Mandeln / Kokosraspel sowie Zuckereili, Marzipankarotten oder anderes anbringen solange die Glasur noch feucht ist.


Perfekt zum Vorbereiten
Diese Rüeblitorte ist so wunderbar saftig, dass sie auch am zweiten Tag wie frisch aus dem Ofen schmeckt :) . Perfekt wenn du Gäste erwartest und schon am Vorabend alles vorbereiten möchtest.



Sonntag, 20. März 2016

Chia Banana Muffins




Wer regelmässig Foodblogs verfolgt kann unschwer gewisse Trends feststellen - auch was das Backen anbelangt. So gibt es beispielsweise von der Art des Gebäcks her Modeerscheinungen: Muffins waren mal der letzte Schrei, bevor sie von Cupcakes, Cake-Pops und schliesslich von Mini-Gugeln abgelöst wurden. Aber alles alte Zöpfe: im Moment sind es vor allem Kreuzungen von Gebäcken, die im Trend liegen, wie z. B. Cronuts (Verbindung von Croissants und Doughnut/ Donuts) oder Duffins (Verbindung von Doughnut/Donuts und Muffins).

Doch auch Lebensmittel selber können einen Hype auslösen, und Chia-Samen gehören hier auf jeden Fall dazu. Hast du dir diese Wundersamen schon mal genauer angeschaut? Ich habe sie lange ignoriert - nach Goji-Beeren und Kokoszucker nur ein weiterer Food-Trend, der so schnell verschwindet wie er gekommen ist, dachte ich. Aber irgendwie hält sich dieser Hype schon ziemlich lange, und deshalb habe ich, neugierig geworden, mal nachgeforscht, was denn alles drin steckt in diesem Chia-Samen. Und tatsächlich ist das eine ganze Menge: hochwertiges Eiweiss und überdurchschnittlich grosse Mengen an Magnesium,  Kalzium, Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen. Und deshalb sind die kleinen dunklen Samen nun auch in meinen Vorratsschrank eingezogen, und heute kamen sie erstmals in einem Backrezept zum Einsatz. Ein wirklicher Chia-Geschmack (wenn es denn einen gibt!?) kommt nicht durch, die Muffins sind einfach zu herrlich bananig. Aber da die Samen aufquellen, wird der Muffin schön geschmeidig und saftig. Und mit dem Wissen, dass hier richtiger Powerfood drin steckt, nascht es sich mit allerbestem Gewissen. Win-Win würde ich sagen, oder :) ?

Also: du suchst ein schnelles und gesundes Backrezept, mit dem sich zudem noch ein paar sehr reife Bananen verwerten lassen? Dann bist du gerade fündig geworden - guten Appetit!



Zutaten für 12 Muffins
  • 125ml Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl)
  • 2 Eier
  • 1 TL Vanilleextrakt (oder ausgekratztes Mark von 1 Vanilleschote)
  • 150g Mehl
  • 1 EL Chia-Samen
  • 100g Zucker
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 3 kleinere oder 2 grössere reife Bananen, mit der Gabel zerdrückt


Zubereiten und Backen
  1. Das Muffinsblech mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben, oder mit Papierbackförmchen auslegen.
  2. Pflanzenöl, Eier und Vanilleextrakt / Vanillemark in einer Schüssel 5 Minuten cremig schlagen.
  3. In einer separaten Schüssel Mehl, Chia-Samen, Zucker, Backpulver und Natron mischen und dann zusammen mit den zerdrückten Bananen zur Ei-Öl-Mischung geben, alles gut vermischen.
  4. Teig in die Vertiefungen des Muffinsblech verteilen, etwa 3/4 voll.
  5. Backen: ca. 20 Minuten bei 180°C, Ofenmitte. Stäbchentest!
  6. Muffins herausnehmen und ein paar Minuten in der Form abkühlen lassen, dann herauslösen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.


Tipps und make-it-your-own-way :)
Ein ganzes Muffinsblech ist für unseren 2-Personen-Haushalt oft zuviel. Von dieser Ladung habe ich zwar noch meinen Eltern mitgebracht (dieses Mal haben das Rezept also 4 Personen testgegessen und für gut befunden :) ), trotzdem habe ich ein paar der kleinen Glücklichmacher eingefroren. Denn wenn der kleine Süsshunger kommt, kann man einzelne Muffins herausnehmen, 20-30 Minuten bei Zimmertemperatur auftauen lassen und die Lust darf genüsslich gestillt werden. Du hast noch Sultaninen, Rosinen oder getrocknete Cranberrys zu verwerten? Die lassen sich toll mit diesem Rezept kombinieren, 80g-100g können der Teigmasse wunderbar mit den zerdrückten Bananen untergejubelt werden. Und wer es schokoladig mag, darf auch gehackte Zartbitterschokolade dazugeben.