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Sonntag, 25. Februar 2018

Schwiegermutterzungen von "Foodwerk"


© www.foodwerk.ch

Den Auftakt für alle Gast-Beiträge in meiner Backstube während meiner Babypause macht heute ein wahres Power-Pärchen, und ich freue mich sehr, dass sie sofort begeistert waren mitzumachen. Caro und Tobi führen gemeinsam den Blog Foodwerk.ch und könnten kompetenter nicht sein. Denn: sie sind beide ausgebildete Köche und bieten mit ihrem Motto "das Leben isst bunt" eine breite Palette von süssen und herzhaften Köstlichkeiten. Von selbstgemachten Dim Sum über feines Federkohl Pesto bis zu süssen Igel Keksen ist alles zu finden und noch viel mehr. Ihre Tochter Liv tritt zudem schon mächtig in die Fussstapfen ihrer Eltern und zeigt gelingsichere Rezepte und kreative DIY in der Rubrik Einfach Liv. Als Gastbeitrag bringen Caro und Tobi heute eine ganz besondere Köstlichkeit mit, die mich erst zum Schmunzeln und dann direkt zum Nachbacken gebracht hat. Schön, seid ihr beiden hier, und herzlichen Dank für euren Gastbeitrag für meine Backstube!


"Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem kleinen Wunder, liebe Barbara! Mögen Glück und Freude euch stets begleiten, wir wünschen euch Gesundheit für alle Zeiten. Ihr schenkt der Welt ein neues Leben – kann es etwas Schöneres geben? Gutes Kennenlernen und viel gemeinsame Zeit, das möchten wir euch auf euren nun gemeinsamen Weg mitgeben.

Damit Barbara etwas mehr Zeit hat haben wir heute ein Rezept für ihre Backstube mitgebracht. Ein Rezept, das sich optimal dem Familienalltag anpasst. Es gibt Schwiegermutterzungen. Ein, so wie wir finden, sehr familienfreundliches Rezept, sei es in der Zubereitung oder im Verzehr.

Die Zubereitung ist denkbar einfach und lässt sich durch die jeweils kurzen Arbeitsschritte perfekt in den Familienalltag integrieren. Auch lässt es sich geschmacklich individuell anpassen, so dass es für alle etwas Passendes dabei hat. Da die auszurollende Form nicht exakt sein muss, hilft auch unsere Tochter sehr gerne bei der Zubereitung. In diesem Falle zählt nämlich: individuell ist schön.

So, nun hoffen wir, dass dir unser Gastbeitrag gefällt und grüssen dich ganz herzlich aus dem Foodwerk."


Zutaten für ca. 16 Stück
© www.foodwerk.ch
  • 300g Weissmehl
  • 5g Salz
  • 170g Wasser
  • 2 EL Olivenöl
  • 4g frische Hefe
  • zum Bestreichen
    - wenig Olivenöl
    - Gewürze wie Rosmarin, Curry, Kurkuma, Knoblauch etc.



Zubereiten und Backen
© www.foodwerk.ch
  1. Weissmehl bis und mit Hefe vermischen und zu einem glatten Teig kneten. In einem abgedeckten Behälter an einem warmen Ort ca. zwei Stunden gehen lassen, bis der Teig sein Volumen verdoppelt hat.
  2. Teig in 16 gleich grosse Teile (je ca. 30g) teilen und für weitere 10 Minuten ruhen lassen.
  3. Mit Hilfe eines Nudelholzes Teile in lange und möglichst dünne Stücke rollen. Tipp: du kannst auch noch mit etwas Ziehen nachhelfen.
  4. Stücke auf zwei bis drei mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen und mit wenig Olivenöl bestreichen. Nun kannst du den Belag deiner Wahl wählen und darüberstreuen, wie z. B. gehackter Rosmarin, Thymian, Meersalz, Curry, Käse etc.
  5. Backen: ca. 10-13 Minuten bei 180°C (Ober- und Unterhitze), Ofenmitte, bis die Schwiegermutterzungen knusprig sind. Dann herausnehmen und noch warm oder ausgekühlt servieren.


© www.foodwerk.ch

Dienstag, 28. November 2017

Schoggibänzen - Grittibänzen mit Schoggi - Schoko-Stutenkerle




Am kommenden Sonntag ist erster Advent, und damit beginnt nun also wirklich ganz offiziell die Vorweihnachtszeit. Vielleicht hast du schon die ersten Guetzli gebacken, bist schon am Kreieren des perfekten Weihnachtsmenüs. Und vielleicht hast du auch schon die ersten Grittibänzen gebacken. Aber hast du auch schon mal Schoggibänzen gemacht? Mhm, eine feine Variante des beliebten Adventsklassikers, und mit einem kleinen Anteil Crème Fraîche im Teig herrlich saftig und geschmeidig. Natürlich lassen sich aus diesem Rezept auch Hasen, Igel, Knöpfe oder andere Formen backen, falls du ein anderes Mal unter dem Jahr wieder auf diesen Post stösst. Aber als süsse Kerlchen glänzen die Schoggibänzen einfach gleich nochmals so herzig 💕 .

Ganz am Ende des Post verrate ich dir, wie du die Bänzen - auch klassische Grittibänzen natürlich - vorbereiten kannst und für den frischen Verzehr dann nur noch aufzubacken brauchst. Das ist die Lösung für alle, die nicht erst zum Zvieri, sondern bereits zum Znüni dem süssen Adventgebäck frönen möchten 😊 .


Zutaten für 6 Schoggibänzen
  • 500g Mehl (z. B. Zopf- oder helles Dinkelmehl)
  • 1 Beutelchen Trockenhefe
  • 3 EL Zucker, je nach gewünschter Süsse
  • 1.5 gestrichene TL Salz
  • 2.5dl Milch
  • 90g Crème Fraîche (rsp. Sauerrahm)
  • 100g grob gehackte Zartbitterschokolade oder fixfertige, backfeste Schoggiwürfeli
  • zum Bestreichen:
    - 1 Ei, verklopft



Zubereiten und Backen
  1. Mehl, Hefe, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen.
  2. Milch und Crème Fraîche dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Tipp: der Teig soll schön glatt und geschmeidig sein. Ist er zu trocken, gibst du esslöffelweise noch etwas mehr Milch dazu. Ist er zur klebrig, gibst du teelöffelweise noch etwas mehr Mehl dazu.
  3. Teig platt drücken, die gehackte Schokolade rsp. die Schoggiwürfeli darauf geben, Teig zusammenfalten und zügig einigermassen gleichmässig verkneten. Dann den Teig zugedeckt in einer Schüssel ca. 40 Minuten gehen lassen, kurz durchkneten, dann nochmals 40 Minuten gehen lassen.
  4. Teig auf die Tischplatte geben und in 6 gleich grosse Teile teilen. Tipp: meine Teile waren alle ca. 166g schwer.
  5. Jedes Teil erst zu einem länglichen ovalen Körper formen, dann den Kopf bilden und mit einem scharfen Messer Arme und Beine einschneiden und auseinanderziehen. Tipp: da die "Hände" die dünnsten Teile sind, lege ich die Armenden immer einmal um, damit die Hände etwas dicker und beim Backen nicht zu dunkel werden.
  6. Schoggibänzen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und nochmals 20 Minuten gehen lassen (währenddessen den Ofen vorheizen, dabei ein feuerfestes Töpfchen mit Wasser in den Ofen/auf den Ofenboden stellen). Anschliessend mit dem verklopften Ei 2x bestreichen.
  7. Backen: ca. 20-25 Minuten bei 180°C, Ofenmitte. Die Schoggibänzen sollen goldbraun sein und hohl klingen, wenn man auf ihre Rückseite klopft. Tipp: hat dein Ofen eine "Feuchtigkeit-im-Ofen-halten"-Funktion, dann aktiviere diese zum Backen der Grittibänzen.
  8. Schoggibänzen herausnehmen, auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und möglichst frisch geniessen.  


Schoggibänzen vorbereiten? Ja, das geht!
Frisch gebacken schmecken Gritti- und Schoggibänzen einfach am allerbesten; das hat süsses Hefegebäck irgendwie an sich. Doch was tun, wenn man schon morgens zum Znüni einen süssen Kerl servieren oder verspeisen möchte, aber nicht schon um 5.30 Uhr aus den Federn möchte? Ich empfehle dir folgendes: stelle am Vortag (oder max. 2 Wochen vorher) den Teig her wie oben beschrieben, halte dich an die Ruhezeiten, forme die Schoggibänzen und schiebe sie ganz normal in den Ofen. Nach etwa 12-15 Minuten Backzeit, also nachdem die Bänzen aufgegangen sind, aber bevor sie ihre schön goldbraune Kruste bekommen, holst du sie aus dem Backofen und lässt sie auf einem Kuchengitter abkühlen. Sobald sie nur noch lauwarm sind, packst du sie einzeln in Gefrierbeutel, verschliesst diese gut und steckst sie in den Tiefkühler. Wenn du dann frische Bänzen aufbacken möchtest, heizt du den Ofen auf 200°C vor (Ober- und Unterhitze), legst die tiefgefrorenen Bänzen auf ein mit Backpapier belegtes Blech und backst sie etwa 7-8 Minuten fertig. Nach etwas Abkühlzeit sind die frisch gebackenen Schoggikerle zum Verzehr bereit.  



 

Freitag, 10. November 2017

Marroni Brötchen / Maronen Brötchen




Inspiration für neue Backrezepte finde ich an so vielen Orten. Natürlich bietet das Internet unzählige Seiten die gluschtig und neugierig machen. Aber auch der wöchentliche Grosseinkauf, ein Marktbesuch oder - im heutigen Fall - der Snack von der Autobahnraststätte bringt mich auf neue Ideen. So geschehen erst kürzlich, als ich bei einem kurzen Boxenstopp ein Marronibrötchen kaufte und fand, dass ein solches Rezept in meinem Repertoire definitiv noch fehlt. Es schmeckte nämlich total lecker! Bei der nächsten Gelegenheit begann ich also an einem Samstag zu überlegen, wie ich ein feines Marroniaroma in Brötchen bringe, das sowohl pur zur Geltung kommt, aber auch mit Brotaufstrichen harmonieren würde. Et voilà - heute stelle ich dir das Resultat vor, das mein Mann und ich am vergangenen Sonntag zum Brunch von ganzem Herzen genossen haben, denn die Brötchen waren einfach uuuh fein 😊 .

In den Teig kommt sowohl Marronipüree, das für eine zarte Krume sorgt, wie auch gehackte Marroni, welche einen gewissen Knack verleihen. Ich habe dazu bereits geschälte, tiefgekühlte Marroni verwendet und mir dadurch viel Zeit erspart. Wenn du fürchtest, dass der Rest aus der Packung übrig bleibt und bis zum Verfalldatum in deinem Tiefkühler vergessen geht, hätte ich dir zwei tolle Verwertideen für den Fall, dass du nicht alle für Brötchen aufbrauchst.
  • Die Marroni kannst du gerade jetzt in der Herbstzeit wunderbar in Voressen, rsp. Ragout jeder Art geben: etwas antauen lassen und in den letzten 20-30 Minuten mitgaren, dann mit Spätzli / Knöpfli und passendem Gemüse anrichten und ein feines Herbstmenü servieren. Lecker!
  • Oder du caramelisierst die noch tiefgekühlten Marroni mit etwas Zucker und servierst sie separat als Beilage zum Wildgericht, oder als Dessert zur Vanilleglace. Auch mega fein!
Ansonsten könntest du auch auf gekochte, vakumierte Marroni ausweichen (finde ich persönlich nicht so "anmächelig"), oder beim Marroni-Mann deines Vertrauens eine extragrosse Portion kaufen und 140g davon nicht verspeisen, sondern für die Brötchen aufheben. Geröstet bringen sie nochmals ganz neues Aroma rein, aber dennoch sehe ich hier ein grosses Problem: wie um Himmels Willen willst du 140g von heissen Marroni übrig lassen?!?!? 😄


Zutaten für 10 Brötchen
  • 200g Dinkelvollkornmehl
  • 150g helles Dinkelmehl
  • 2 TL Salz
  • 2.5dl handwarmes Wasser (plus 2-3 EL)
  • 1/4 Würfel frische Hefe (ca. 10g)
  • 70g Marronipüree / Maronenpüree (wenn Tiefkühlware, dann aufgetaut)
  • 140g Tiefkühl-Marroni / -Maronen, aufgetaut und gehackt, z. B. von Coop


Zubereiten und Backen
  1. Mehle und Salz in einer Schüssel mischen.
  2. Hefe in den 2.5dl Wasser auflösen und zusammen mit dem Marronipüree zur Mehlmischung geben. Alles zu einem glatten, leicht klebrigen aber gut formbaren Teig verkneten (evt. 2-3 EL mehr Wasser hinzugeben), dann die gehackten ebenfalls Marroni dazugeben und gründlich unterkneten.
  3. Teig zugedeckt ca. 90 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen, dabei jeweils nach 30 und 60 Minuten kurz aufziehen. Tipp: was mit "Aufziehen" gemeint ist, siehst du bei meinem Randen Brötchen Rezept.
  4. Teig aus der Schüssel auf die leicht bemehlte Arbeitsplatte stürzen und in 10 gleich grosse Stücke teilen. Anhaltspunkt: meine Brötchen waren ungebacken genau je 80g schwer. Die Brötchen rund formen, die Oberseite in wenig Mehl drücken und dann alle mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Nochmals 20-30 Minuten gehen lassen.
  5. Ofen auf 220°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen und ein backofenfestes Töpfchen mit Wasser auf den Ofenboden stellen. Tipp: wenn dein Ofen eine "Feuchtigkeit im Ofen halten"-Funktion hat, ist jetzt die Gelegenheit, diese zu aktivieren.
  6. Nach dem Gehenlassen die Brötchen nach Wunsch einschneiden, in den Ofen schieben und den Temperaturregler des Ofens sofort auf 200°C zurückstellen.
  7. Backen: 18-20 Minuten, Ofenmitte. Die Brötchen sind fertig gebacken, wenn es leicht hohl klingt wenn du auf den Brötchenboden klopfst.
  8. Brötchen rausnehmen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

Noch ein paar Tipps am Rande...
Wenn du die Brötchen knusprig frisch und lauwarm servieren möchtest, dir ein Aufstehen um 5.00 Uhr früh am Sonntag Morgen aber zu anstrengend ist - verständlicherweise! - dann findest du einen tollen und unkomplizierten Aufbacktipp bei meinem Randen Brötchen Rezept, damit du die Brötchen schon am Vorabend backen kannst und dennoch keine Qualitätseinbusse hinnehmen musst.
Für die Zutaten kannst du nicht nur Dinkelmehl verwenden, sondern auch Weizenvollkornmehl und normales Weissmehl mischen. Wenn du eine Alternative für die gehackten Marroni suchst, kannst du auch gehackte Baumnüsse nehmen. Und wenn du aus den Marroni Brötchen feine Pausenbrötchen kreieren möchtest, dann knetest du einfach noch ein paar Sultaninen, getrockene Cranberries oder klein gehackte Dörrpflaumen in den Teig.




Freitag, 29. September 2017

Auberginen Speck Brötchen




Auberginen gelten eigentlich als Sommergemüse - dabei haben sie bis Ende Oktober Saison! So haben wir noch genügend Zeit uns über das leckere Nachtschattengewächs herzumachen. Ich mag die Aubergine am liebsten gefüllt und gebacken, oder als Bestandteil von feinem Ratatouille. Dass man damit auch herzhafte Brötchen backen könnte, das ging mir erst kürzlich durch den Kopf als ich daran dachte, feine Speck-Knöpfe zu machen und mir noch irgendein Gemüse dazu wünschte. Gedacht, gebacken, und das Experiment ist super gelungen und passt toll zum herzhaften Apéro, zu einem feinen Salat- oder Gemüseteller oder zu einer wärmenden Suppe. Damit auch alles gut durch und fein wird, habe ich sowohl die Speckwürfeli wie auch die Aubergine erst angebraten. Deshalb brauchst du für das heutige Rezept nicht nur deinen Ofen, sondern auch den Kochherd. Letzteren aber nur für wenige Minuten 😊 .

Übrigens: selbstverständlich könntest du aus diesem Rezept auch einen ganzen Zopf flechten. Ich empfehle dir dafür das Rezept zu verdoppeln und den Zopf bei nur 200°C Ober- und Unterhitze, dafür etwa 35 Minuten lang in der unteren Ofenhälfte zu backen (bis goldbraun und ebenfalls hohl klingend beim Kopfen auf den Zopfboden). Wenn du ihn vor dem Backen mit frischem, verklopftem Eigelb bestreichst, glänzt er dann wunderbar und bekommt eine schöne, braune Farbe.


Zutaten für 6 Brötchen
  • 60g Speckwürfeli
  • 60g Aubergine, mit dem Sparschäler geschält und in kleine Würfelchen geschnitten
  • 250g helles Dinkelmehl, wahlweise auch Dinkel-Halbweissmehl mit bis zu 20% Schrotanteil (fixfertig im Handel so zu kaufen), oder 100g Vollkornmehl und 150g Weissmehl.
  • 1 TL Salz
  • 1/2 Beutelchen Trockenhefe (alternativ 1/4 Würfel Frischhefe, in der Flüssigkeit aufgelöst)
  • 1 dl handwarme Milch
  • 0.5 dl handwarmes Wasser
  • 20g flüssige Butter


Zubereiten und Backen
  1. Als erstes die Speckwürfeli in einer Pfanne ohne Fett anbraten. Sobald das Fett etwas ausgelassen ist die Auberginenwürfeli dazugeben und alles 5-10 Minuten weiterbraten. Auf ein Küchenpapier leeren, etwas ausbreiten und abkühlen lassen.
  2. Mehl, Salz und Trockenhefe in einer Schüssel vermischen.
  3. Milch, Wasser und Butter zur Mehlmischung geben, grob verkneten und anschliessend die Speck-Auberginen-Mischung dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Tipp: Speck und Auberginen machen den Teig etwas glitschig. Versuche einfach die Speck- und Auberginen-Würfeli einigermassen gleichmässig im Teig zu verkneten und achte darauf, dass die Teigmasse selbst nicht mehr allzu fest klebt sondern sich geschmeidig anfühlt. Nur wenn der Teig selbst zu klebrig ist, gibst du noch etwas mehr Mehl dazu.
  4. Teig zugedeckt in einer Schüssel für 60 Minuten gehen lassen.
  5. Teig in 6 gleich grosse Stücke teilen. Anhaltspunkt: meine Stücken waren je 86-88g schwer.
  6. Aus jedem Stück ca. 35cm lange Rollen formen, am einen Ende einen einfachen Knopf formen und den Rest der Rolle erst um den Knopf herum und dann das Ende unter dem Knopf befestigen. So geformte Brötchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit wenig Wasser bestreichen und nochmals 20 Minuten gehen lassen. Tipp: selbstverständlich kannst du auch runde Brötchen formen und sie einschneiden, oder andere Formen ausprobieren.
  7. Währenddessen Ofen auf 230°C, Ober- und Unterhitze, vorheizen und dabei ein feuerfestes Gefäss mit Wasser auf den Ofenboden stellen. Tipp: wenn du eine "Feuchtigkeit im Ofen halten"-Funktion hast, ist jetzt die Gelegenheit diese zu aktivieren.
  8. Brötchen in den heissen Ofen schieben und 10 Minuten backen. Nach 10 Minuten Temperatur auf 180°C, Ober- und Unterhitze, zurückstellen (Ofen nicht öffnen!) und Brötchen 10 Minuten fertigbacken, bis sie schön gebräunt sind und hohl klingen, wenn man auf den Brötchenboden klopft.
  9. Brötchen rausnehmen und noch warm oder abgekühlt geniessen. 


 

Donnerstag, 24. August 2017

Zucchetti Käse Zopf




Sie hält immer noch an, die Zucchetti-Flut, und daher kann man meiner Meinung nach einfach nie genug Rezepte mit Zucchetti haben. Nachdem es schon viele süsse Ideen gibt mit dem feinen Kürbisgewächs, habe ich dir heute eine herzhafte Variante. Auf die Idee kam ich, weil es mich kürzlich nach Russenzopf "gluschtete" - du kennst den fein-feuchten Hefezopf mit Haselnussfüllung bestimmt - aber irgendwie passt der einfach nicht so in den Sommer. Daher dachte ich mir, was süss geht, funktioniert herzhaft bestimmt auch. Und mhm, das Ergebnis war wirklich lecker, vor allem wenn der Zopf noch heiss oder warm ist 💗.

Ich finde der Zucchetti-Käse-Zopf macht sich auch optisch toll, etwa bei einer Grillparty, bei einem ausgiebigen Apéro oder als Beilage zum Salatteller. Du kannst mit eigenen Gewürz- und Kräuterideen eine ganz eigene Note reinzaubern, und wenn du anstelle des milden Gouda einen rezenten Käse wählst, bekommt er noch mehr Rasse. Natürlich kannst du aber auch einen anderen "milden" Käse, wie etwa Mozzarella verwenden. Du entscheidest, was dir am besten schmeckt, und vielleicht beginnst du sogar mit anderem Gemüse zu experimentieren. Die Kürbissaison steht ja schon vor der Tür...



Zutaten für eine Kastenform von 25cm Länge
  • für den Hefeteig
    - 300g Dinkelmehl mit Schrot (z. B. Halbweissmehl mit 25% Schrot,
       alternativ 150g helles Dinkel- oder Weissmehl und 150g Vollkorn-Dinkel-
       oder Weizenmehl).
    - 1 TL Salz
    - 1/4 Würfel frische Hefe
    - 1 TL Honig
    - 1.5dl handwarmes Wasser
    - 1 EL Joghurt Nature
    - 90g Zucchetti, gewaschen, an der Röstiraffel gerieben und leicht ausgedrückt
  • für die Knoblauchbutter, zum Bestreichen (kann auch weggelassen werden)
    - 40g sehr weiche Butter
    - 1 bis max. 2 Knoblauchzehen, je nach Geschmack, gepresst
    - Salz und Pfeffer
  • für die Füllung
    - 100g Zucchetti, gewaschen, an der Röstiraffel gerieben und leicht ausgedrückt
    - 100g Gouda, an der Röstiraffel gerieben (nach Wunsch anderer Käse)
    - frische oder getrocknete Kräuter nach Wunsch, z. B. Thymian



Zubereiten und Backen
  1. Als erstes den Hefeteig zubereiten. Dazu Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Honig und Hefe im handwarmen Wasser auflösen und dann zusammen mit dem Joghurt und der geriebenen Zucchetti zum Mehl geben. Alles zu einem gut formbaren, aber leicht klebrigen Teig verkneten, dann zugedeckt ca. 1 Stunde aufs Doppelte aufgehen lassen. Tipp: erscheint dir der Teig zu klebrig, gibst du einfach löffelweise etwas Mehl dazu und knetest solange weiter, bis der Teig formbar wird.
  2. In der Zwischenzeit die Knoblauchbutter herstellen. Dazu alle Zutaten gründlich vermischen und abschmecken nicht vergessen, damit sie deinem Gusto auch entspricht. Tipp: Knoblauchbutter kann man auch fixfertig im Laden kaufen. Anstelle von Knoblauchbutter könntest du auch Kräuterbutter verwenden wenn du das lieber hast. Und wenn du beides nicht magst, kannst du auch aufs Bestreichen verzichten, gibst aber bei der Teigzubereitung 0.5 TL mehr Salz dazu, sonst wird das Ergebnis etwas fade. Ausser dein Käse ist wirklich rezent; dann braucht es kein zusätzliches Salz.
  3. Kastenform mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben, oder vollständig mit Backpapier auslegen.
  4. Teig aus der Schüssel nehmen und auf etwas Mehl zu einem Rechteck ausrollen. Mein Rechteck war ca. 40x30cm gross.
  5. Die Knoblauch- oder Kräuterbutter - wenn nicht weich genug - schmelzen und die ganze Teigfläche damit bestreichen. Dann erst die Zucchettiraspel, anschliessend ca. 80g vom geriebenen Käse und zum Schluss nach Wunsch die Kräuter über den Teig verteilen, dabei an der einen langen Kante einen Rand von etwa 2cm frei lassen.
  6. Nun den ganzen Teig längs zur frei gelassenen Kante satt aufrollen, die Enden evt. einfalten. Die entstandene Teigrolle wird jetzt der Länge nach halbiert, aber am einen Ende nicht ganz durchgeschnitten, so dass beide Stränge noch zusammenhalten. Nun die beiden entstandenen Teighälften übereinanderflechten und alles sorgfältig in die Kastenform transportieren. Tipp: das Flechten mit offenen Teigsträngen ist immer etwas knifflig, auch weil etwas Füllung rauspurzeln kann, aber hier brauchst du nicht lange herumzudoktern. Auch wenn beim Transportieren etwas schief geht: einfach gut zusammenschieben, und das Ergebnis kommt dann schon gut 😉. 
  7. Übrigen geriebenen Käse über den Zopf streuen und alles nochmals 20 Minuten ruhen lassen. 
  8. Backen: ca. 35 Minuten bei 220°C (Ober- und Unterhitze), untere Ofenhälfte, bis die Oberfläche schön gebräunt ist.
  9. Zopf herausnehmen und 10 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form lösen und noch heiss/warm oder später ausgekühlt geniessen.



 

Donnerstag, 17. August 2017

Buttermilch Dinkelbrötchen




Wenn ich mit Buttermilch backe, werden meistens Muffins daraus. Doch oft bleibt mir ein Teil übrig, und deshalb sind Verwertungsideen unbedingt gefragt. Anders als ihr Name vermuten lassen könnte ist Buttermilch alles andere als fettig. Im Gegenteil: Buttermilch enthält sogar weniger Fett als halbentrahmte Milch (bei uns auch als "Milch Drink" bekannt). Sie ist ein toller Kalziumlieferant und schmeckt durch ihr leicht säuerliches Aroma herrlich erfrischend. Gerade aber durch den speziellen Geschmack passt die Buttermilch nicht in jedes Gebäck. Dieses Brötchenrezept kann ich dir aber bedingungslos empfehlen, und auch mein erst kritischer Gatte liess sich nach dem ersten Biss in die noch lauwarmen Brötchen total überzeugen.

Die Kruste der Brötchen ist äusserst zart, und die Krume fein elastisch und aromatisch. Sie schmecken süss bestrichen mit Butter und Konfitüre toll, eignen sich aber auch für herzhafte Aufstriche und Beläge. Mein Tipp - und so werde ich es beim nächsten Mal auch selbst machen - ist die Brötchen mit Kräutern, gehackten getrockneten Tomaten, Oliven oder ähnlichem zu verkneten. Die Kombination passt bestimmt perfekt und ergibt tolle Grill- und Partybrötchen. Wir haben die 10 Brötchen vorwiegend pur, mit Hüttenkäse oder mit Konfitüre gegessen und freuen uns, dass ein Rezept mehr für den Sonntagsbrunch zur Auswahl steht. Feines Brot kann's einfach nicht genug geben 😊. Ach ja, und wenn du lieber Weizenmehl verwendest, klappt natürlich auch das einwandfrei.


Zutaten für ca. 10 Brötchen
  • 250g helles Dinkelmehl
  • 250g Dinkelmehl mit Schrot (z. B. Halbweissmehl mit 25% Schrot), alternativ Dinkel-Vollkornmehl
  • 1.5 TL Salz
  • 150ml handwarmes Wasser
  • 150ml Buttermilch
  • 1 TL flüssiger Honig
  • 1/2 Würfel frische Hefe (alternativ 1 Beutelchen Trockenhefe)


Zubereiten und Backen
  1. Mehle und Salz in einer Schüssel mischen.
  2. In einem separaten Gefäss Wasser, Buttermilch und Honig mischen, die frische Hefe reinkrümeln und darin auflösen. Tipp: wenn du Trockenhefe verwendest, musst du diese nicht in der Flüssigkeit auflösen, sondern kannst sie direkt mit Mehlen und Salz vermischen.
  3. Hefe-Flüssigkeit nun zum Mehl-Salz-Gemisch in die Schüssel giessen und alles ausgiebig zu einem geschmeidigen Teig kneten.
  4. Teig zugedeckt während einer Stunde aufs Doppelte aufgehen lassen.
  5. Teig auf die Arbeitsplatte geben, in 10 gleich grosse Stücke teilen (meine Stücke waren alle ca. 83g schwer) und zu runden Brötchen formen. Geformte Brötchen mit Abstand zueinander auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nochmals 20 Minuten gehen lassen.
  6. Währenddessen den Ofen auf 230°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen und dabei ein feuerfestes Gefäss mit Wasser auf den Ofenboden stellen. Tipp: wenn dein Ofen eine "Feuchtigkeit-im-Ofen-behalten"-Funktion hat, dann solltest du jetzt diese Einstellung aktivieren.
  7. Brötchen 1x quer oder kreuzweise einschneiden, mit wenig Mehl bestäuben und in den Ofen schieben, Temperatur sofort auf 200°C zurückstellen.
  8. Brötchen 18-20 Minuten backen, bis sie schön gebräunt sind und hohl klingen, wenn man auf ihren Boden klopft.
  9. Blech rausholen und Brötchen auf einem Gitter auskühlen lassen.


Kennst du schon meinen Aufbacktipp?
Der kommt bei mir meistens zum Zug, denn 10 Brötchen essen wir auch zu zweit nicht während einer einzigen Mahlzeit. Und weil selbstgebackene Brötchen halt innert ein paar Stunden nicht mehr so knusprig sind wie frisch aus dem Ofen, lohnt es sich sie kurz vor dem nächsten Genuss aufzubacken. Wie das problemlos geht, siehst du bei meinem Randen-Brötchen-Rezept. Ach ja, das funktioniert natürlich auch mit gekauften Brötchen 😉.



Sonntag, 30. Juli 2017

Ricotta Spinat Hefewirbel




Wenn es um süsses Backen geht gibt es ganz viele Powerpärchen, mit denen man kaum etwas verkehrt machen kann: Apfel und Zimt, Heidelbeere und Vanille, Orange und Zartbitterschokolade... Doch auch in der herzhaften Küche gibt es ganz viele Zutaten, die herrlich harmonieren. Und so eine tolle Geschmackskombi ist für mich Spinat und Ricotta. Daraus lässt sich zum Beispiel eine tolle Sauce zu Spaghetti zaubern, und Tortellini oder Ravioli mit solch feiner Füllung schmecken auch immer grossartig. Zeit also, diese feine und saftige Kombination in ein Gebäck zu verwandeln. Und weil Hefewirbel einfach zauberhaft aussehen, stelle ich dir heute eine neue Idee zum Apéro, für den Grillabend, als Beilage für den Salat oder für den "wenn immer dir danach ist"-Moment vor.

Der Hefeteig ist im Grunde ein gewöhnlicher Pizzateig. Wenn es also mal schnell gehen muss, könntest du auch einen fixfertigen Pizzateig aus dem Kühlregal verwenden (wahrscheinlich sollten ca. 300g reichen). Anstelle des Tiefkühlspinats kannst du in der Saison auch frischen Spinat verwenden. Achte einfach darauf, dass er gut zusammenfällt, und je nach Beschaffenheit kannst du vor dem Mischen mit Ricotta kurz mit dem Stabmixer durchgehen. So lässt sich die Masse auch sicher gut streichen. Wenn du dir noch etwas mehr Knack wünschst, könntest du ein paar Pinienkerne auf die Füllung geben; für Fleischtiger wird's mit Speckwürfeln besonders deftig. Mhm, und wenn der Hefewirbel dann frisch gebacken zum Ofen rauskommt und du ihn anschneidest - aussen knusprig und innen fluffig-brotig - dann ist ganz klar Essenszeit. Ich musste mich ganz schön beherrschen, dass ich nicht ins erste geschnittene Stück reinbeisse bevor die Fotos im Kasten waren 😀 .


Zutaten für eine Springform von ca. 18cm Durchmesser
Für eine Springform von 24cm Durchmesser Zutaten verdoppeln, zweite Backzeit verlängert sich evt. um 5-10 Minuten.
  • Hefeteig
    - 250g Mehl (ich habe Urdinkelmehl mit 20% Schrotanteil gewählt)
    - 0.5 TL Salz
    - 1/2 Beutelchen Trockenhefe
    - ca. 1.5dl handwarmes Wasser
    - 1 EL Olivenöl
  • Füllung
    - 1 EL Olivenöl
    - 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
    - 0.5-1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst
    - 250g Tiefkühl-Spinat gehackt, aufgetaut, ausgedrückt
    - 120g Ricotta
    - 1 TL Salz
    - etwas Pfeffer und wenig Muskatnuss-Pulver
    - 30-50g Parmesan oder anderer Reibkäse nach Wunsch


Zubereiten und Backen
  1. Hefeteig zubereiten: Mehl, Salz und Trockenhefe in einer Schüssel mischen und eine Mulde formen. Handwarmes Wasser und Olivenöl dazugeben und einige Minuten zu einem glatten, weichen Teig verkneten. Tipp: sollte der Teig zu klebrig sein, kannst du esslöffelweise mehr Mehl darunterkneten. Ist er zu trocken, gibst du esslöffelweise Wasser dazu. Teig zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 1 Stunde auf das Doppelte aufgehen lassen.
  2. Füllung zubereiten: In einer Pfanne Olivenöl erhitzen. Gehackte Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Temperatur dünsten, dann den Spinat dazugeben und ca. 5 Minuten mitdünsten. Pfanne von der Platte ziehen und Ricotta unter den Spinat mischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen, abschmecken.
  3. Springform mit Butter ausreiben und Mehl bestäuben, oder ganz mit Backpapier auslegen.
  4. Hefewirbel formen: Hefeteig auf wenig Mehl zu einem Rechteck ausrollen, ca. 5mm dünn. Die Füllung auf dem ganzen Rechteck gleichmässig verstreichen und dann den Parmesan / Reibkäse darüber streuen. Nun das Rechteck der Länge nach in ca. 4-5cm breite Streifen schneiden, und diese Streifen dann halbieren oder dritteln, so dass viele kurze 4-5cm breite Streifen entstehen. Jetzt einen ersten Streifen vorsichtig zur Schnecke aufrollen und in die Mitte der vorbereiteten Springform setzen. Dann nacheinander vorsichtig die anderen Streifen hochnehmen und rund um die kleine mittlere Schnecke anlegen, bis die ganze Form gefüllt ist. Tipp: diese Arbeit ist etwas knifflig, denn der mit Füllung bestrichene Teig wird weich und zieht sich beim Aufheben in die Länge. Aber nicht verzweifeln: forme mutig weiter und fülle deine Springform. Auch wenn das Ergebnis ungebacken nicht so schön aussieht, wird das Ergebnis toll und superlecker. Hefewirbel nach dem fertig-Formen nochmals etwa 20-30 Minuten gehen lassen.
  5. Backen: 25 Minuten bei 200°C (Ober- und Unterhitze), dann den Hefewirbel mit Alufolie abdecken, den Ofen auf 180°C zurückstellen und 20 Minuten fertig backen, bis er goldbraun ist.
  6. Hefewirbel aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten in der Springform abkühlen lassen, dann die Springform vorsichtig lösen und den Hefewirbel noch warm/heiss servieren oder abkühlen lassen.