Donnerstag, 27. April 2017

Papagei Torte (saftiger Rüeblikuchen mit Zitronen-Quarkfüllung)




Schon 9 Jahre alt ist sie geworden, meine grosse Nichte Aliyah, und natürlich durfte auch sie wieder ein Motiv für ihre Geburtstagstorte wünschen. Nach Löwe (Anleitung steht noch in der Warteschleife 😉), Pferd und Prinzessin Elsa in den vergangenen Jahren sollte es dieses Mal ein Papagei werden. Welche Art Papagei wurde mir offen gelassen, und deshalb habe ich mich ohne lange zu überlegen für einen roten Ara entschieden. Erst war ich erleichtert und dachte mir "phu, zum Glück kein komplizierteres Motiv", aber beim Zeichnen der Schablone wurde mir schnell klar, dass das kein Kinderspiel werden würde. Uiuiui, vor allem die Schnabelpartie ist recht filigran und lässt nur wenig Platz für Fingerarbeit. Ausserdem ging ich wieder einmal partieweise vor, um die Dicke des Fondants aufs Minimale zu reduzieren. Schliesslich steht der kulinarische Genuss stets im Vordergrund! Für den Papagei braucht man aber sehr viele einzelne Fondant-Partien, und deshalb muss man gut auf glatte Kanten für schöne Übergänge und Fettflecken von der Buttercreme aufpassen.

Diese Torte würde ich also einem Fondant-Neuling nicht unbedingt als erstes 3D-Projekt ans Herz legen; es ist sicher von Vorteil, wenn du schon etwas Übung hast beim Eindecken. Ansonsten: plane genügend Zeit ein. Der Papagei gehört zu meinen bisher aufwändigsten Torten, und das Eindecken alleine kann dich einen ganzen Nachmittag beschäftigen. Wenn du andere Kuchen- und Füllungsrezepte suchst, die ebenfalls für den Papagei geeignet wären, dann schaue dir bei Gelegenheit doch meine anderen Motivtorten an (klicke hier, Rubrik "Motivtorten"). Dort findest du sowohl schokoladige wie auch fruchtige Ideen.


Hier kannst du die Schablone downloaden: Papagei Torte. Sollte der Download nicht klappen, schreibe mir eine e-Mail auf barbarasbackstube@gmx.ch, und ich schicke die die Schablonen per PDF zu. Hinweis: nicht alle Drucker können randlos drucken - ziehe die fehlenden Linien dann einfach von Hand nach. Bei Bedarf kannst du die Schablonen vergrössern und verkleinern (Originalgrösse: zwei Seiten à A4). Meine Bitte an dich: verwende meine Schablonen nur zu privaten Zwecken. Ich stelle meine Schablonen gerne kostenlos jedem Interessierten zur Verfügung, bin ich Gegenzug aber dankbar für eine Verlinkung zu diesem Post, wenn du einen eigenen Blog oder eine eigene Homepage führst und dein tolles Werk online präsentierst. Bitte biete meine Schablonen nicht auf deinem Blog / deiner Homepage zum Download an, sondern verlinke auf diesen Post. Und: ich freue mich jeweils riesig Backresultate zu sehen. Wenn du magst dann schick mir doch ein Foto von deinem Werk auf oben genannte Mailadresse und überrasch mich mit deinem Papagei! Herzlichen Dank.

Der Kuchen - saftiger Rüeblikuchen
Aliyahs Geburtstag haben wir dieses Jahr am Ostersonntag gefeiert. Deshalb konnte ich fast nicht anders als einen Rüeblikuchen für den Boden zu backen, zumal der auch recht stabil und gut zu schneiden ist. Allerdings sind allzu filigrane Schnitzereien nicht möglich wegen der Karottenraspel. Für diesen Papagei ging es aber ganz gut, und der Rüeblikuchen hat natürlich den Vorteil, dass er herrlich saftig und superlecker ist. Angelehnt ans feine Rüeblitorte-Rezept nach Grosi Anna habe ich auch in dieses Kuchenrezept Kokosflocken reingeschmuggelt. Die sind geschmacklich nicht übermächtig, verleihen aber eine besondere Note und eine gute Struktur. Wenn du ein kleineres Backblech hast als ich, solltest du mit der Schablone testen, ob du evt. 2 Backbleche anstelle von einem grossen backen musst. Mit den Mengen musst du dann einfach etwas experimentieren. Achtung: du brauchst für diese grosse Rezeptmenge auch eine entsprechend grosse Rührschüssel!
  • Zutaten für ein Kuchenblech von ca. 45cm x 38cm
    Teile, die durch die Grösse des Backblechs
    abgeschnitten werden (z. B. Schwanzteil),
    kannst du aus Kuchenabschnitten
    "nachbauen".

    - 7 Eier
    - 1 Prise Salz
    - 60g Sonnenblumenöl (oder anderes neutrales Pflanzenöl)
    - 1 EL Milch
    - 1.5 Bio Zitronen, ganze abgeriebene Schale und ganzer Saft
    - 3 EL Kirsch
    - 360g Rüebliraspel (Rüebli durch die Bircherraffel gerieben)
    - 360g Puderzucker
    - 250g Mehl
    - 1 Beutelchen Backpulver
    - 140g geschälte gemahlene Mandeln
    - 100g Kokosraspel
  • Zubereiten und Backen
    1.) Das Blech mit Butter ausreiben oder mit Backpapier auslegen.
    2.) Eier mit der Prise Salz etwa 5-7 Minuten schaumig schlagen.
    3.) Öl, Milch, Zitronensaft und -schale und Kirsch darunterrühren, dann die Rüebliraspel dazugeben und kurz (!) unterrühren, bis alles gerade so vermengt ist.
    4.) Puderzucker, Mehl, Backpulver, Mandeln und Kokosrapsel in einer separaten Schüssel mischen, zur Teig-Masse geben und alles von Hand mit einem Gummischaber unterheben.
    5.) Masse ins Blech giessen und behutsam verteilen / glatt streichen.
    6.) Backen: ca. 20-25 Minuten bei 180°C (Oben- und Unterhitze), Ofenmitte. Stäbchenprobe!
    7.) Kuchen herausnehmen und vollständig auskühlen lassen.

Die Füllung - Zitronen-Quark-Creme
Zum saftigen Rüeblikuchen passen traditionell natürlich auch Frischkäsecreme oder weisse Schokoladenganache. Beide Füllungen sind aber ziemlich üppig, weshalb ich mich für eine frische Quark-Füllung mit Zitronen entschieden habe. Diese Kombination war herrlich frisch und (natürlich) angenehm saftig. Wenn etwas von der Füllung übrig bleibt schmeckt diese übrigens auch mit Früchten und/oder Kompott als Dessert superlecker!
  • Zutaten
    - 250g Halbfettquark
    - 250g Magerquark
    - 1 Bio-Zitrone, ganze abgeriebene Schale und 1 EL Saft
    - 70g Puderzucker
    - 6 Blatt Gelatine
    - 2 EL siedendes Wasser
    - 1.5dl Vollrahm / Sahne
  • Zubereiten
    1.) Gelatineblätter ca. 5 Minuten in kaltes Wasser einlegen.
    2.) Beide Mengen Quark, Zitronenschale und -saft und Puderzucker in einer Schüssel mit dem Schwingbesen gut verühren.
    3.) Gelatine ausdrücken, in einer separaten Schüssel mit dem siedenden Wasser übergiessen und unter Rühren mit dem Schwingbesen auflösen. Ein Esslöffel der Quark-Mischung unter die Gelatine rühren, anschliessend alles zur restlichen Magerquark-Mischung geben und gut mit dem Schwingbesen verrühren. Füllung 20 Minuten in den Kühlschrank stellen, während dieser Zeit den Rahm/die Sahne steif schlagen.
    4.) Füllung aus dem Kühlschrank nehmen und durchrühren. Den steif geschlagenen Rahm/die steif geschlagene Sahne dazugeben und vorsichtig unterheben, anschliessend die Torte damit füllen.

Der Mantel – Swiss Meringue Buttercream
Wieder einmal Swiss Meringue Buttercream; einfach weil sie so geschmeidig ist, damit wunderbar gearbeitet werden kann, und sie weder zu süss schmeckt noch zwischen den Zähnen knirscht. Das Rezept und die Anleitung für die SMB findest du bei der Captain America Torte. Für diese Papagei-Torte habe ich genau die dort genannte Menge mit 3 Eiweiss zubereitet und hatte zum Schluss noch etwas über, mit dem ich dann Cake-Pops aus den Kuchenabschnitten gemacht habe. Tolle und vor allem leckere Verwertung würde ich sagen 😁 .

Die "Hochzeit" - Torte zusammensetzen

  1. Mit Hilfe der Schablone die Papageiform 2x aus dem Kuchen ausschneiden. Einen Klecks Buttercreme auf die Tortenplatte streichen und die erste Lage Papagei auf die Tortenplatte setzen; so bleibt die Torte an Ort und Stelle und verrutscht nicht.
  2. Die Kuchenlage mit der Quarkfüllung bestreichen. Nutze dazu am besten einen Spachtel oder eine schmale Winkelpalette und achte darauf, dass du die Kuchenränder nicht allzu stark beschmierst. Sobald die Füllung gleichmässig verteilt ist die zweite Kuchenlage Papagei darauflegen und sanft andrücken, Ränder glatt streichen. Torte mit Frischhaltefolie einhüllen und mind. 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  3. Torte herausnehmen und mit einem scharfen, glatten Messer die Shilouette des Papageis ausarbeiten. Die Ränder sollen abgerundet werden, und der Ast, auf dem der Papagei sitzt, etwas tiefer liegen. Damit Flügel und Kopf etwas erhöht sind, kannst du wenig Kuchenabschnitt in eine Schüssel krümeln und mit wenig Buttercreme zu einer Art Kuchen-Knete vermischen, die du dann an Ort und Stelle auflegst. Damit schaffst du noch etwas mehr Struktur und Relief. Anschliessend alles mit einer Schicht Buttercreme einstreichen und danach 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Tipp: bei einer hellen Füllung musst du besonders exakt mit der ebenfalls hellen Buttercreme arbeiten, damit die Füllung schön abgedichtet wird, nicht nach aussen dringt und den Fondant angreift.
  4. Torte herausnehmen und erneut mit einer Schicht Buttercreme einstreichen. Es darf nun wirklich keine Füllung mehr durchdrücken! Ausserdem solltest du jetzt auf glatte Oberflächen und schöne Übergänge achten. Je glatter du arbeitest, desto schöner wird anschliessend der Fondantüberzug. Torte nochmals 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
  5. Jetzt ist die Torte bereit zum Eindecken mit Rollfondant. Ich habe als erstes mit dem schwersten Teil, nämlich dem Schnabel angefangen. Hier musst du etwas rumprobieren, den Fondant zart um die scharfe Kante ziehen und dir mit der schwarzen Schnabel-Partie etwas zu helfen wissen. Zum Glück sind für beide Stellen keine grossen Fondantstücke nötig, so dass du wirklich etwas pröbeln kannst, bist alles optimal liegt. Der weisse Teil für die Augenregion ist dann eine Kleinigkeit und das Schwierigste schon hinter dir.
  6. Mit braunem Fondant habe ich anschliessend den Ast, auf dem der Papagei sitzt, eingekleidet, dann mit einer langen, schmalen roten Fondantpartie den Bauch eingehüllt und anschliessend den Kopf. Dann folgten die farbigen langen Schwanzfedern und der rote Rückenteil.
  7. Zum Schluss kamen in kleinen Gefiederstücken Lage für Lage die Federn für den Flügel, die ich zudem leicht geprägt habe (sieht dann etwas mehr nach Federn aus). Details wie Krallen auf dem Ast, Auge und die roten Kerbungen um die Augenpartie (mit wenig roter Puderfarbe, oder zur Not mit etwas roter Farbe vom roten Rollfondant, mit einem leicht feuchten Pinsel aufgenommen) kommen ganz zum Schluss. Du kannst diese kleinen Fondantteile mit wenig (!) Wasser anfeuchten und einfach aufkleben. Dann kannst du dir den Lebensmittelkleber nämlich sparen. Tipp: ich mag keine grossen doppelten und dreifachen Fondantschichten. Manchmal lässt sich das nicht ganz vermeiden, aber dadurch dass ich diese Torte Schritt für Schritt in Partien eingedeckt habe, blieb die Fondantdecke dünn und geniessbar. Überlege dir gut welche Partien du nacheinander auflegst damit die Übergänge schön werden, schneide die Stücke erst nach dem Auflegen der ganzen Fondantpartie mit einem scharfen Messer oder Skalpell vorsichtig zu, und streiche anschliessend die Übergänge schön glatt. Achte darauf keine Buttercreme zwischen den Fondantteilen herauszudrücken und auf dem Fondant zu verstreichen, das gibt unschöne Fettflecken. Wenn du merkst, dass die Buttercreme zu weich und schmierig wird (das kann bei warmen Temperaturen durchaus passieren), stelle die Torte wieder für 20 Minuten in den Kühlschrank, gönn' dir eine Kaffeepause und mach' dann wieder weiter. Ich hoffe die Fotos rechts helfen dir, der Anleitung zu folgen und dir vorzustellen, welche Partien nacheinander kommen könnten.

Noch ein paar Mengenangaben zum Rollfondant:
Für die ganze Torte habe ich 1x 250g roten, etwa je 100g blauen und grünen, 50g braunen und kleine Mengen an schwarzem und weissem Rollfondant verwendet. Vom roten Fondant blieb wirklich kaum mehr etwas übrig, und wenn du noch nicht ganz so geübt bist und Fondant etwas dicker ausrollst, empfehle ich dir entweder zur Sicherheit 2x 250g roten Rollfondant einzukaufen oder aber etwas mehr Grün und Blau zu verwenden, z. B. beim Flügel und dem Schwanz.

Mein Zeitmanagement bei dieser Torte:
Freitag später Nachmittag: Rüeblikuchen gebacken. Freitag Abend: Butter für Buttercreme aus dem Kühlschrank genommen. Samstag Morgen: Rüeblikuchen in Form geschnitten, Füllung zubereitet, Papagei gefüllt und während dem Kühlstellen die Buttercreme zubereitet. Samstag Nachmittag: Papagei 1x eingestrichen und kühlgestellt, zweites Mal eingestrichen und kühlgestellt, komplett eingedeckt, fertiggestellt und wieder kühlgestellt (nicht zu nahe an Kühlschrankränder, keine stark riechenden Lebensmittel im Kühlschrank, nicht zudecken). Sonntag: Torte "geliefert" und verspiesen 😊. 



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